Justiz : Ex-Chef der PKK Deutschland zu fast vier Jahren Haft verurteilt

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat den ehemaligen PKK-Chef in Deutschland, Hüseyin A., wegen Nötigung verurteilt. Er drängte eine 21-Jährige zur Abtreibung

DüsseldorfHüseyin A. hatte die PKK in Deutschland unter dem Decknamen Colak ein knappes Jahr lang geführt. Jetzt ist der ehemalige Deutschland-Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in Düsseldorf zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 48-Jährigen der Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung und Nötigung schuldig.

Im August 2007 hatte er eine 21 Jahre alte Kurdin mit Hilfe einer Morddrohung zur Abtreibung eines Kindes gezwungen, das sie von einem Stuttgarter PKK-Funktionär erwartete.

In Deutschland leben etwa 500.000 Kurden. Davon sind 11.000 nach Angaben des Verfassungsschutzes Anhänger oder Mitglieder der PKK, die in der Europäischen Union als Terrororganisation gilt. Seit Mitte der achtziger Jahre agierte die PKK auch in Deutschland gegen die türkische Regierung und verübte Anschläge auf türkische Einrichtungen. Im  Jahr 1993 wurde die Organisation in Deutschland verboten, ihre Strukturen blieben jedoch laut Verfassungsschutz weitgehend intakt.

Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans PKK (Partiya Karkeren Kurdistan) kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Ihr werden auch Anschläge in Touristengebieten nachgesagt. In der Auseinandersetzung zwischen türkischem Militär und PKK starben bislang bis zu 40.000 Menschen. Der Nordirak gilt als ihr Rückzugsgebiet. Mehrfach griff die türkische Armee an, weil sie dort PKK-Stellungen vermutete. Hunderttausende Kurden flohen in andere Landesteile. Westliche Geheimdienste schätzen die Zahl der PKK-Kämpfer auf bis zu 5000.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, bm

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben