Politik : Justiz prüft Einsatz von Brechmitteln

-

Straßburg - Nach dem Tod von zwei mutmaßlichen Drogendealern in Deutschland beschäftigt sich nun auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der zwangsweisen Vergabe von Brechmitteln. Geklagt hat ein in Köln lebender Mann aus Sierra Leone. Bei einer Anhörung am Mittwoch in Straßburg warf sein Anwalt deutschen Behörden vor, mit der „lebensgefährlichen“ Praxis gegen das Verbot unmenschlicher und erniedrigender Behandlung zu verstoßen. Dagegen bezeichnete eine Vertreterin der Bundesregierung die Methode, durch die verschluckte Drogenpäckchen zu Tage gefördert werden sollen, als ungefährlich.

Der Kläger hatte 1999 in Wuppertal vor den Augen von Polizisten Drogen verschluckt und war gezwungen worden, ein Brechmittel einzunehmen. Er sieht auch sein Recht auf Selbstbestimmung verletzt. Das Urteil des Gerichts wird in einigen Monaten erwartet.

Nach dem Einflößen von Brechmitteln, die über einen Schlauch durch die Nase verabreicht werden, war in Deutschland zuletzt im Januar 2005 in Bremen ein mutmaßlicher Rauschgifthändler gestorben. Die Todesursache ist weiter ungeklärt. Das Land Bremen hat das gewaltsame Einflößen von Brechmitteln vorerst gestoppt.dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar