Politik : JUSTIZ

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Illegale Geschäfte bei der Unterbringung bosnischer Kriegsflüchtlinge Mitte der 90er Jahre brachten eine Frau aus Wilmersdorf gestern erneut vor Gericht. Sie war im ersten Prozess wegen Betruges gegenüber Bezirksämtern in 131 Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dagegen hatten Verteidigung und Anklage Rechtsmittel eingelegt. Das Landgericht bestätigte nun die Strafe, legte der Frau aber zudem die Zahlung einer Schadenswiedergutmachung in Höhe von 30000 Euro auf. Die 44Jährige war Betreiberin eines Wohnheimes in Tiergarten. Als das Haus ausgelastet war, hatte sie weitere Flüchtlinge in nicht zugelassene Wohnungen einquartiert und für sie jeweils den vollen Tagessatz vom zuständigen Bezirksamt eingezogen. Dadurch soll die Frau rund 125000 Euro zu Unrecht kassiert haben. K.G.

Mutmaßlicher Hochstapler

schweigt vor Gericht

Der mutmaßliche Hochstapler Michael A. gab sich vor dem Berliner Landgericht zugeknöpft: Der gebürtige US-Amerikaner, der in Luxushotels in Berlin und anderen deutschen Großstädten offene Rechnungen über rund 45000 Euro hinterlassen haben soll, verweigerte gestern zu Beginn des Betrugsprozesses die Aussage. Der 31-Jährige hatte sich laut Anklage innerhalb von vier Jahren wiederholt unter falschem Namen in Hotels wie dem Four Seasons oder Ritz Carlton eingemietet. Bei der Buchung per Fax oder E-Mail habe er sich als Angehöriger der US-Justizbehörde, als UN-Botschafter oder als Sony- Mitarbeiter ausgegeben. Einmal eingecheckt, soll er an Rezeptionen den Diebstahl seiner Kreditkarten vorgetäuscht und erreicht haben, dass man ihm mit Bargeld „aushalf“. Der Prozess wird am 5. November fortgesetzt. K.G.

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