Politik : Justizminister Sauter räumt erstmals seine Mitverantwortung ein

In der Affäre um Millionenverluste der Landeswohnungs- und Städtebaugesellschaft (LWS) hat Bayerns Justizminister Alfred Sauter (CSU) erstmals eigene Fehler als Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens eingeräumt. "Ja, ich habe Mitverantwortung. Aber es gibt viele Sünder", sagte Sauter am Montagabend in Augsburg. "Als es um die Frage der Privatisierung ging, da habe ich zu wenig nachgefasst."

Trotz der heftigen Vorwürfe der Opposition geht Sauter aber davon aus, auch nach vollständiger Klärung der LWS-Affäre im Amt zu bleiben. "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich wieder hierher komme als Minister," betonte er. Als Vorsitzender des LWS-Aufsichtsrats habe er weder Stimme noch Entscheidungsmöglichkeit in der Gesellschafterversammlung besessen.

Sauter richtete heftige Vorwürfe an die Anteilseigner, die die Letztentscheidung über die Geschäftspolitik hätten. Die Risiken im Bauträgergeschäft seien von ihnen zu spät gesehen worden. "Auch als Geschichte schon brenzlig war, haben die Gesellschafter nicht gesagt, es ist Schluss", sagte der CSU-Politiker. Auch die Berater in seinem Umfeld wurden nicht ausgespart: "Als man hätte stopp sagen sollen, herrschte überall Optimismus." Überwiegend mit riskanten Bauträger-Geschäften in Bayern und Sachsen hat die LWS in den vergangenen Jahren Verluste von 367 Millionen Mark gemacht.

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