K-Frage in der SPD : Schröder will Steinbrück als Kanzlerkandidaten

Offiziell soll der SPD-Kanzlerkandidat erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen Anfang nächsten Jahres bestimmt werden. Nun meldet sich Ex-Kanzler Schröder zu Wort und unterstützt den früheren Finanzminister Peer Steinbrück.

Altkanzler Gerhard Schröder
Altkanzler Gerhard SchröderFoto: dapd

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat in der parteiinternen Debatte um den künftigen SPD-Kanzlerkandidaten den früheren Finanzminister Peer Steinbrück unterstützt. „Mich würde es freuen, wenn Peer Steinbrück Kanzlerkandidat der SPD würde“, wird Schröder in der Biografie „Peer Steinbrück“ zitiert, aus der die „Welt am Sonntag“ Auszüge vorab veröffentlichen will. „Er hat alle Aussicht auf Erfolg“, sagt Schröder darin dem Blatt zufolge.
Schröder lobt Steinbrück in dem Buch als unabhängigen Geist, der authentisch bleiben wolle. „Daher habe ich hohen Respekt für ihn.“ In der Finanzkrise sei Steinbrück während der großen Koalition „die eigentlich führende Figur“ gewesen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich klug stets vor und neben Steinbrück gestellt. Als Schwäche des potenziellen Kanzlerkandidaten nannte Schröder dessen „häufig missverstandene Ironie“, die manchmal als Arroganz daherkomme. Steinbrück müsse das korrigieren, denn Ironie sei „in großen Sälen nicht vermittelbar“, sagte Schröder.

Die Steinbrück-Biographie des „Welt"-Korrespondenten Daniel Friedrich Sturm soll am kommenden Mittwoch in Berlin vorgestellt werden. Bei der SPD sind neben Steinbrück auch SPD-Chef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als mögliche Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 im Gespräch. Steinbrück, der dem rechten SPD-Flügel zugerechnet wird, wird immer wieder von Parteilinken vorgeworfen, sich von politischen Positionen der SPD abzugrenzen, beispielsweise bei der Rente mit 67. (AFP)

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