Kabinett : Parteiloser wird Sachsens Finanzchef

Drei Wochen nach seiner Wahl zum Regierungschef in Sachsen hat Stanislaw Tillich (CDU) am Dienstag sein Kabinett vorgestellt. Überraschend besetzte er eines der Schlüsselressorts, das bisher von ihm selbst geführte Finanzministerium, mit einem Parteilosen.

Lars Rischke

DresdenDer 54-jährige Georg Unland ist Rektor der TU Bergakademie Freiberg. Mit dem Berliner Juristen Johannes Beerbaum holte Tillich einen langjährigen Vertrauten in die Staatskanzlei. Dritter Neuzugang ist der bisherige CDU-Landtagsfraktionsvize Wolfgang Kupfer. Er übernimmt das Umweltressort. Roland Wöller, bisher Umweltminister, tritt als neuer Kultusminister die Nachfolge von Steffen Flath an, der den CDU-Fraktionsvorsitz übernommen hat.

Tillich hat nach eigenen Worten eine Mannschaft berufen, die Kompetenzen aus Wirtschaft und Verwaltung vereint. Als gemeinsames Ziel nannte er Arbeit, Bildung und Solidarität. Die Berufung Kupfers gilt als Zugeständnis an die Fraktion. Diese habe die Besetzung der Posten „relativ gut“ aufgenommen, sagte ein Abgeordneter dem Tagesspiegel. Auch der Rauswurf von Staatskanzleichef Michael Sagurna, kam offenbar gut an und wurde als Zeichen von Selbstbewusstsein des Ministerpräsidenten interpretiert.

Beerbaum, nach eigenen Angaben „seit ewigen Zeiten“ in der CDU, wird als neuer Chef der Staatskanzlei Sagurna ablösen, der erst vor wenigen Monaten von Ex-Regierungschef Georg Milbradt verpflichtet worden war. Der 47-jährige Beerbaum war bereits Anfang der 90er Jahre in der Dresdner Staatskanzlei tätig, als Tillich dort Minister für Europaangelegenheiten war. Zuletzt war er Partner einer Anwaltskanzlei in Berlin.

Der designierte Finanzminister Unland kündigte an, den „vorbildlichen“ Kurs in der Finanzpolitik fortsetzen zu wollen. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur bringt Erfahrung aus der Wirtschaft mit. An der Bergakademie Freiberg war er seit 1993 als Professor tätig, seit 2000 ist er Rektor der TU. Die Mitglieder des Kabinetts sollen am heutigen Mittwoch im Landtag vereidigt werden. 

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