Kabinettsbildung in den USA : Obamas Team für Nationale Sicherheit ist perfekt

Noch vor wenigen Wochen waren sie Konkurrenten - nun sollen sie Hand in Hand arbeiten. Dass Hillary Clinton US-Außenministerin wird, gilt als sicher. Am Montag will Barack Obama sein Außen- und Sicherheitsteam vorstellen. Die Schlüsselpositionen in seinem Kabinett sind damit besetzt.

Hillary und Obama
Barack Obama und Hillary Clinton: Aus Rivalen werden Partner. -Foto: AFP

WashingtonEine Woche nach Vorstellung seines Wirtschaftsteams will der künftige US-Präsident Barack Obama an diesem Montag US-Medien zufolge seine Mannschaft für Außen- und Sicherheitspolitik präsentieren. Dabei werde er voraussichtlich auch die Nominierung der früheren First Lady Hillary Clinton als neue Außenministerin bekanntgeben, berichtete die "Washington Post" am Sonntag. Amerikanische Medien hatten bereits zuvor gemeldet, dass der amtierende Verteidigungsminister Robert Gates ein weiteres Jahr im Amt bleiben solle. Der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber James Jones werde Nationaler Sicherheitsberater, hieß es. Damit wäre die Besetzung von Schlüsselpositionen im Kabinett komplett.

Die voraussichtlichen Personalentscheidungen seien im Pentagon "mit Erleichterung" aufgenommen worden, schrieb die "Washington Post" weiter. Hillary Clinton werde im Verteidigungsministerium respektiert. Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton hatte zugesagt, im Falle ihrer Nominierung die Namen von 200.000 Spendern seiner Wohltätigkeitsstiftung offenzulegen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Auch wolle er sich aus dem Tagesgeschäft der Stiftung zurückziehen und die Regierung über bezahlte Reden informieren.

Obama will Krieg in Afghanistan in den Mittelpunkt rücken

Obama hatte in seinem Wahlkampf angekündigt, die US-Truppen binnen 16 Monaten aus dem Irak abzuziehen. Der Zeitung zufolge haben Gates, Generalstabschef Michael Mullen und der US-Kommandeur für den Nahen und Mittleren Osten, General David Petraeus, "keine Probleme" mit diesem Plan. Obama will den Krieg in Afghanistan in den Mittelpunkt rücken und für Truppenverstärkungen dort sorgen. Petraeus hatte im Oktober eine Überprüfung der gesamten amerikanischen Militärstrategie in Afghanistan, im Irak wie auch in Pakistan, im Iran sowie in Zentralasien und im Nahen Osten angeordnet.

Dass Gates das Pentagon mindestens ein weiteres Jahr führen soll, sei "mit Blick auf Kontinuität und Stabilität eine gute Sache", zitierte die "New York Times" einen Berater Obamas. Gates war 2006 von Präsident George W. Bush als Nachfolger des umstrittenen Donald Rumsfeld berufen worden. Er änderte die Strategie im Irak-Krieg und sorgte mit einer Truppenaufstockung für stabilere Verhältnisse. Gates gilt als Ressortchef mit parteiübergreifender Unterstützung und internationaler Erfahrung. Zudem genießt er US-Medien zufolge den Respekt der höheren Offiziersränge.

Obama hatte vorige Woche bereits wichtige Personalentscheidungen getroffen. So soll der Chef der Notenbank von New York, Timothy Geithner, Finanzminister werden. Das Gesundheitsressort geht an den ehemaligen Senator Tom Daschle. An die Spitze des Ministerium für Heimatschutz soll die Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, rücken. Obama wird am 20. Januar zum 44. US-Präsidenten vereidigt. (nis/dpa)

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