Politik : Kabul plant eigene Armee

Petersberg-Konferenz: In einem Jahr 70 000 Mann einsatzbereit

Ulrike Scheffer

Königswinter . Die afghanische Regierung hat sich auf die Strukturen einer neuen Armee geeinigt. Dies gab der afghanische Präsident Hamid Karsai am Montag bei der zweiten Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn bekannt. Die Truppe soll 70 000 Mann umfassen und innerhalb eines Jahres landesweit einsatzbereit sein.

Bundesaußenminister Joschka Fischer nannte den Aufbau der Armee einen wichtigen Schritt zur dauerhaften Sicherung des Friedens und der territorialen Integrität des Landes. Er sicherte Karsai zu, den Friedensprozess auch künftig zu unterstützen: „Dass wir hier zusammengekommen sind, beweist, dass wir entschlossen sind, den mit dem Petersberg-Abkommen eingeleiteten Prozess zu einem internationalen Erfolg werden zu lassen.“ Deutschland werde sich weiter an der Verbesserung der inneren Sicherheit Afghanistans beteiligen. Der Schwerpunkt solle beim Aufbau der Polizei und des Innenministeriums liegen. Dies hätten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Karsai vereinbart. Am Aufbau der Armee werde sich Berlin nicht direkt beteiligen.

In der US-Delegation wurde bestätigt, dass sich die in Afghanistan stationierten US-Truppen stärker an der Stabilisierung des Landes beteiligen werden. Nach Medienberichten wollen die USA und Großbritannien Truppenkontingente von bis zu 150 Mann in größeren Städten stationieren. Bundeskanzler Schröder lobte ebenso wie die Vertreter der UN und der EU die Fortschritte beim Friedensprozess. Der Kanzler betonte dabei die Verdienste von Karsai: „Ich will Staatspräsident Karsai persönlich danken für den Einsatz, mit dem er sich um die Einheit des Landes bemüht“, sagte Schröder.

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