Politik : Kämpfe südlich von Grosny - Russische Armee will Rebellen aus den Bergen vertreiben

In Tschetschenien haben sich russische Truppen und islamistische Separatisten am Dienstag schwere Gefechte um eine von zwei Hauptzugangsrouten in die südlichen Gebirgsregionen geliefert. In Serschen-Jurt an einem Ausläufer der Vedeno-Schlucht werde heftig gekämpft, teilten beide Seiten übereinstimmend mit.

Der Norden der abtrünnigen Föderationsrepublik steht bereits weitgehend unter russischer Kontrolle. Unterstützt wurde der Vormarsch der russischen Armee erneut aus der Luft. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, Kampfflugzeuge und Hubschrauber seien zu 43 Einsätzen gestartet, die zumeist vermuteten Rebellenstellungen in den Bergen gegolten hätten. Am Dienstag wurden Flugblätter abgeworfen, auf denen die Zivilisten aufgefordert werden, die Rebellen nicht mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern zu unterstützen. Ein Soldat der Moskauer Truppen sei in den vergangenen 24 Stunden ums Leben gekommen; die Rebellen hätten zehn Opfer zu beklagen, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass.

In der eingeschlossenen Hauptstadt Grosny harrten weiterhin Tausende Menschen in den Kellern zerstörter Häuser aus, berichtete eine Reuters-Korrespondentin. Am Montag hatten russische Soldaten nach Angaben ihres Verteidigungsministeriums den Flughafen im Norden der Stadt eingenommen. Berichte, wonach russische Soldaten in dem Dorf Alchan-Jurt nahe Grosny 41 Zivilisten getötet hätten, wies das Ministerium am Dienstag zurück. Dies seien Lügen, sagte ein Sprecher. Der britische Rundfunksender BBC hatte am Vortag einen als Gegner der Rebellen bekannten Geschäftsmann damit zitiert, russische Truppen hätten in dem Dorf Bewohner und Vieh getötet.

In den Bergen hatten die Truppen am Montag eine neue Front eröffnet. Der Nachrichtenagentur Itar-Tass zufolge stießen Marineinfanteristen von der benachbarten Föderationsrepublik Dagestan aus in den Süden Tschetscheniens vor. Das russische Militär versucht seit knapp drei Monaten, die Kontrolle über die Kaukasusrepublik wiederzu erlangen.

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