• „Kalif von Köln“ bleibt weiter in Haft Gericht lehnt Antrag des Islamisten auf vorzeitige Entlassung ab

Politik : „Kalif von Köln“ bleibt weiter in Haft Gericht lehnt Antrag des Islamisten auf vorzeitige Entlassung ab

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Düsseldorf (dpa). Der als „Kalif von Köln“ bekannt gewordene Islamistenführer Metin Kaplan bleibt hinter Gittern. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht lehnte am Freitag den Antrag des Fundamentalisten auf vorzeitige Haftentlassung ab. Das „Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit“ spreche gegen eine Freilassung. Es bestehe die Gefahr erneuter Straftaten, da Kaplan seine Positionen unverändert vertrete. Er habe bei seiner Anhörung gesagt, sich im Falle einer Freilassung lediglich geschickter verhalten zu wollen.

Der Islamist verbüßt in Düsseldorf eine vierjährige Haftstrafe wegen Aufrufs zum Mord an einem Rivalen und hat über zwei Drittel seiner Strafe abgesessen. Der Gegenkalif Ibrahim Sofu, war nach dem Mordaufruf von Unbekannten erschossen worden. Kaplan ist Anführer der inzwischen verbotenen radikal-islamistischen Organisation „Kalifatstaat“, die Kontakte zu Osama bin Laden unterhielt. Im November 2001 hatte Kaplan auf eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis verzichtet, nachdem ihm eine Ausweisungsverfügung vorgelegt und seine Abschiebung angedroht wurde. Die Bundesregierung will Kaplan abschieben, was bislang an einer Anklageschrift der türkischen Justiz wegen Landesverrats scheiterte, nach der ihm in der Türkei die Todesstrafe droht. Nach deutschem Recht kann er deswegen nicht abgeschoben werden. Kaplan kann Beschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

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