Politik : "Kalif von Köln": Metin Kaplan gegen Terror

Der inhaftierte islamistische Extremist Metin Kaplan alias "Kalif von Köln" hat sich gegenüber seinen Anhängern vom Terrorismus distanziert. "Ein Muslim ist niemals ein Terrorist, und ein Terrorist ist niemals ein Muslim!", heißt es in der Ende September erschienenen Ausgabe seiner Verbandszeitung "Ümmet-I Muhammed".

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Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Sicherheitsexperten beurteilten Kaplans Äußerungen allerdings skeptisch. Hintergrund der Publikation sei vermutlich die mögliche vorzeitige Haftentlassung des Moslem-Extremisten. Kaplans radikale Islamistenorganisation "Kalifatsstaat" hatte nach Angaben des Verfassungsschutzes Ende der 90er Jahre Kontakte zu dem weltweit gesuchten Extremisten Osama bin Laden, der als Drahtzieher der Terroranschläge in den USA gilt.

Aus Sicherheitskreisen in Köln verlautete, es gebe bis heute keine offizielle Stellungnahme Kaplans im Sinne einer deutlichen Ablehnung der Terroranschläge in New York und Washington. Bei den jetzigen Äußerungen könnte es sich um Versatzstücke früherer Publikationen handeln.

"Diejenigen, die terrorisieren, sind überhaupt keine Muslime!", lautet der Titel des Beitrags. Darin sagt Kaplan: "Lasst uns doch aufhören zu kämpfen..." Ein Fachmann erläuterte, der 48-Jährige habe im November zwei Drittel seiner Strafe verbüßt und könne somit aus der Haft freikommen. Dafür sei jedoch eine gute Führung Voraussetzung. Die Äußerungen seien allerdings eine Botschaft an Kaplans Gefolgsleute. "Solange der sitzt und ausdrücklich keine Militanz fordert, sind Aktionen unwahrscheinlich", sagte ein Sicherheitsexperte.

Kaplan wurde im November vergangenen Jahres wegen Aufrufs zum Mord zu vier Jahren Haft verurteilt. Er sitzt seit März 1999 in Untersuchungshaft und befindet sich derzeit in einem Düsseldorfer Gefängnis. Ob er tatsächlich vorzeitig freikommt, ist nach Angaben einer Justizsprecherin noch offen.

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