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Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) : Die große Schlacht um Ramadi hat begonnen

In Irak hat die Armee ihren Großangriff auf Ramadi begonnen, um die Stadt von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückzuerobern.

Mit Luftschlägen versucht die irakische Armee derzeit, die Stadt Ramadi vom IS zurückzugewinnen. Hier ein Archivbild von vergangenen Kämpfen.
Mit Luftschlägen versucht die irakische Armee derzeit, die Stadt Ramadi vom IS zurückzugewinnen. Hier ein Archivbild von...Foto: dpa

Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat die irakische Armee einen Großangriff auf das Zentrum der Provinzhauptstadt Ramadi begonnen, einer Hochburg des IS. Es gebe heftige Gefechte zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der Extremisten, zitierte die irakische Nachrichtenseite „Al-Sumaria News“ am Dienstag einen Militärsprecher. Die Armee greife aus mehreren Richtungen an.

Begonnen hatte der Angriff am Euphrat. Die Soldaten hätten den Fluss über eine Brücke überquert, die Pioniere nach der Zerstörung durch den IS wieder repariert hätten. Die Flussüberquerung sei die komplizierteste Phase gewesen, da die Gegner Scharfschützen und Selbstmordattentäter gegen die Soldaten eingesetzt hätten, sagte der Militärsprecher.

Die irakischen Streitkräfte hatten bereits am Sonntag die Bewohner von Ramadi aufgefordert, die von der Extremisten-Miliz IS kontrollierte Stadt im Westen des Landes binnen 72 Stunden zu verlassen. Flugzeuge warfen nach Angaben eines Armeesprechers am Sonntag über der Stadt Flugblätter mit dem Aufruf ab, auf denen auch sichere Ausfallrouten genannt worden seien. Zudem seien die Menschen aufgefordert worden, gültige Ausweispapiere mitzuführen.

IS verliert 2015 insgesamt 14 Prozent seines Territoriums

Der IS hatte Ramadi, das im Westen des Iraks liegt, im Mai eingenommen. Die Hauptstadt der Provinz Al-Anbar gilt als strategisch wichtig. Mit Hilfe von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition versucht die irakische Armee seit Monaten, Ramadi zurückzuerobern. Zuletzt konnte sie bis an das Zentrum der Stadt heranrücken.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat im abgelaufenen Jahr in Syrien und im Irak große Regionen verloren. Das Herrschaftsgebiet der Dschihadisten schrumpfte von Januar bis Anfang Dezember um etwa 14 Prozent, wie der militärische Branchendienst „IHS Jane's Conflict Monitor“ schätzt. Vor allem kurdischen Einheiten eroberten im Norden Syriens entlang der Grenze zur Türkei viel Territorium zurück. Auch Iraks Armee konnte den IS mit Hilfe der US-geführten internationalen Koalition zurückdrängen. (dpa)

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