Politik : Kampf gegen den Terror: Angst vor Massakern

Nach der Entdeckung von mehreren hundert Leichen im nordafghanischen Masar-i-Scharif hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) auch in Kabul mit der Bergung von Toten begonnen. Das bestätigte IKRK-Sprecherin Antonella Notari am Freitag in Genf. Angesichts der Kämpfe zwischen den Taliban und der Nordallianz in der nordafghanischen Stadt Kundus erinnerte das IKRK die Kriegsparteien an ihre völkerrechtliche Verpflichtung, auf Hinrichtungen, Folter und Vergewaltigung zu verzichten, hieß es. In Masar-i-Scharif seien derzeit IKRK-Mitarbeiter dabei, die bis zu 600 dort gefundenen Leichen zu bergen. "Wir äußern uns aber nicht zu den Todesursachen, das ist nicht unsere Aufgabe", sagte Notari. Die Bergung erfolge aus Gesundheitsgründen.

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In Masar-i-Scharif trafen am Freitag 59 Lastwagen des IKRK mit Nahrungsmitteln ein. Das teilte das IKRK in Genf mit. Die Hilfsgüter, zu denen auch medizinische Ausrüstungen für die Krankenhäuser in der Region gehören, sind für 65000 Vertriebene bestimmt. Ein weiterer Konvoi ist nach IKRK-Angaben von der ostiranischen Stadt Meschhed aus nach Herat in Westafghanistan unterwegs. Saudi-Arabien will die mit den Taliban verbündeten "Gotteskrieger" angeblich aus Afghanistan zurückholen. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Al-Hayat" hat die Regierung in Riad Verbindungen zu den "beteiligten Hauptstädten" aufgenommen, um das Leben saudischer Staatsbürger zu retten.

Die US-Regierung veröffentlichte unterdessen eine Liste mit Verbrechen der Taliban, die unter anderem 22 Massaker erwähnt und darauf verweist, dass die Taliban Kinder hingerichtet, Frauen vergewaltigt und Männer als Abschreckung an Straßenlaternen aufgehängt hätten. Die US-Regierung will mit der Veröffentlichung vor allem mögliche Sympathisanten der Taliban in den arabischen Ländern von der brutalen Natur der talibanischen Terrorherrschaft überzeugen.

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