Politik : Kampf gegen Kinderpornographie: Von Rom bis Moskau

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Zum ersten Mal ist es einer europäischen Spezialeinheit gelungen, sich mit Undercover-Agenten, Hackern und Lauschangriffen zentral in die grenzüberschreitenden, per Internet abgewickelte Kinderporno-Szene einzuklinken und gerichtsverwertbar Beweise gegen Hunderte Händler und Tausende Käufer zu sichern. Die im neapolitanischen Torre Annunaziata tätige Experten-Truppe hat in Zusammenarbeit mit russischen Kollegen einen Ring gesprengt, der alleine in den letzten anderthalb Jahren an die 600 Millionen Mark Umsatz erzielt haben soll und der mehr als ein Dutzend Finanzierungsgesellschaften unterhielt, um Kunden die oft mehrere tausend Mark teuren (die grausamsten sollen nach Polizeiangaben sogar 50 000 DM pro Stück gekostet haben) Kassetten vorzufinanzieren. Zwei dieser Gesellschaften haben Sitz in Italien. Angezeigt wurden über 1700 Personen wegen des Erwerbs verbotener Videos, gegen weitere 3000 wird noch ermittelt, acht Männer wurden in Italien, drei in Russland verhaftet - ihnen droht Anklage wegen Beihilfe zum Mord, weil auf einigen der Kassetten die Tötung von Kindern aufgezeichnet sein soll. Der Staatanwalt soll bei der Durchsicht des Videos zusammengebrochen sein und sich mit Rücktrittsgedanken tragen.

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