Kampf gegen Terror : Bali-Bomber bei Anti-Terror-Einsatz getötet

Einer der meistgesuchten Terrorverdächtigen ist tot: Eine indonesische Eliteeinheit erschoss den Extremistenführer Dulmatin. Er soll die Anschläge 2002 auf Bali mit geplant haben.

JakartaEineinhalb Wochen vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama meldet Indonesien einen Erfolg im Kampf gegen den Terror: Wie Präsident Susilo Bambang Yudhoyono bestätigte, wurde einer der meistgesuchten Mitglieder der Extremistenorganisation Jemaah Islamijah (JI), der 39-jährige Dulmatin, getötet.

Bei dem Einsatz tötete eine Anti-Terror-Einheit insgesamt drei Terrorverdächtige. Drei weitere Personen nahm sie fest. Die Verdächtigen hätten geschossen und sich der Festnahme widersetzt, sagte ein Polizeisprecher.

Dulmatin, der wie viele Indonesier nur einen Namen hat, war einer der wichtigsten Hintermänner der Terroranschläge auf Bali. Ihm wird vorgeworfen, Die Organisation JI bei der Planung und Ausführung der Anschläge im Oktober 2002 unterstützt und eine der Bomben selbst gezündet zu haben. Durch den Terror-Akt starben insgesamt 202 Menschen, unter ihnen auch sechs Deutsche und viele weitere ausländische Touristen.

Seit den Anschlägen haben die indonesischen Behörden rund 440 mutmaßliche Extremisten festgenommen oder getötet, etwa 250 kamen vor Gericht, drei wurden hingerichtet.

Auf Dulmatin, der seine Ausbildung in einem Trainingslager der Al Qaida in Afghanistan absolviert haben soll, hatten die USA ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt. Der 39-Jährige war Indonesier, soll sich aber in den vergangenen Jahren vor allem im muslimischen Süden der Philippinen versteckt haben. Die dortige Polizei meinte vor zwei Jahren schon einmal, seine Leiche gefunden zu haben, doch stellte sich das nach einer DNA-Analyse als falsch heraus.

Dulmatin war ein führender Bombentechniker der islamistischen JI. Die Extremistengruppe kämpft für die Errichtung eines Gottesstaats in den muslimischen Ländern Südostasiens. Die letzten der Gruppe zugeschriebenen Anschläge gab es im Juli 2009, als zwei Selbstmordattentäter in zwei Luxushotels in Jakarta sieben Menschen töteten.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP

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