Kampf gegen Terror : Biden nimmt Nato-Partner in die Verantwortung

US-Vizepräsident Joe Biden hat die Nato-Staaten zur Einheit im Kampf gegen den Terrorismus aufgefordert. Die USA wollen eine Neubewertung des Einsatzes in Afghanistan noch vor dem Nato-Gipfel Anfang April.

Biden
US-Vizepräsident Joe Biden. -Foto: AFP

Brüssel/FaisabadDie sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan und Pakistan bedeute nicht nur für die USA eine Bedrohung, sondern für alle Nato-Staaten, sagte Biden am Dienstag bei einem Besuch im Hauptquartier des Militärbündnisses in Brüssel. Der Angriff auf das World Trade Center am 11. September 2001 in New York sei ebenso wie die Bombenanschläge in Madrid und London in dieser Region geplant worden.

Biden betonte den Willen der neuen US-Regierung von Präsident Barack Obama, mit den Nato-Partnern über eine gemeinsame Strategie für den Militäreinsatz in Afghanistan zu beraten. Er sei gekommen, um "zu beratschlagen und zuzuhören", sagte der US-Vizepräsident bei seinem ersten Treffen mit Vertretern des Nordatlantischen Rats.

Jung: Gewaltverzicht Bedingung für Gespräche mit Taliban

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte bei einem Truppenbesuch in Afghanistan, er habe Biden auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt, dass Deutschland 600 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken werde. "Das ist ein Beitrag, der sich sehen lassen kann und auch von unseren amerikanischen Freunden gewürdigt wird", sagte Jung im nordafghanischen Faisabad, wo er ein deutsches Wiederaufbauteam (PRT) besuchte. Zugleich würden auch die Anstrengungen für den zivilen Wiederaufbau verstärkt.

Zum Vorstoß von US-Präsident Barack Obama, womöglich mit gemäßigten Taliban in Afghanistan Verhandlungen aufzunehmen, sagte Jung, Gewaltverzicht sei "eine unbedingte Voraussetzung für eine Annäherung". Ob das eine realistische Perspektive sei, müssten die afghanische Regierung und die afghanische Bevölkerung entscheiden. Der Taliban-Anführer Mullah Omar wolle "an seinem radikalen, gewalttätigen Kurs" festhalten. "Ich kann seine Anhänger nur auffordern, sich von diesem Kurs abzuwenden", sagte Jung. (küs/AFP)

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