Politik : Kampf gegen Terror: Bush: Es gibt noch andere Terroristen

US-Präsident George W. Bush hat so deutlich wie nie zu verstehen gegeben, dass dem Krieg in Afghanistan Angriffe auf andere Länder folgen könnten. "Es gibt andere Terroristen, die Amerika und seine Freunde bedrohen, und es gibt andere Länder, die sie unterstützen", sagte Bush vor Soldaten auf dem Militärstützpunkt Fort Campbell (Kentucky). "Wir werden als Nation nicht sicher sein, bis alle diese Bedrohungen beseitigt worden sind. Wir werden das Böse in den kommenden Jahren in der ganzen Welt bekämpfen, und wir werden siegen." In den USA mehren sich seit Tagen Spekulationen, dass im Kampf gegen den Terrorismus auch der Irak Zielscheibe amerikanischer Angriffe werden könnte.

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Amerikanische Medien interpretierten Bushs ungewöhnlich kämpferische Rede am Donnerstag als Wendepunkt. Während der Präsident mit seinen Bemerkungen bislang überwiegend Zuversicht und Selbstvertrauen schüren wollte, werbe er jetzt um Unterstützung für eine neue Phase in einem langen Krieg, schrieb die "Washington Post". Bush reiste anschließend auf seinen Landsitz Camp David im Bundesstaat Maryland, wo er das gesamte Feiertagswochenende verbringen wollte. Am Donnerstag wurde in den USA das Erntedankfest (Thanksgiving) begangen, einer der wichtigsten Feiertage des Jahres.

Afghanistan sei ein guter Anfang gewesen, sagte Bush, "aber es ist noch viel zu tun". Wer Terroristen Unterschlupf biete, sie ausbilde, bewaffne, mit Geld oder Nahrungsmitteln versorge, sei selbst ein Terrorist, sagte Bush. "Die USA werden sie zur Verantwortung ziehen." In Afghanistan stünden die schwierigsten Einsätze noch bevor, warnte Bush. Die Feinde versteckten sich in schwierigem Terrain. Die Verstecke seien schwer bewacht und würden von Fanatikern verteidigt, die bereit seien, bis zum Tod zu kämpfen. "Anders als bei der Befreiung von Städten oder der Zerstörung von Material könnte der Erfolg gegen diese Zellen langsamer kommen." Der Einsatz werde von den amerikanischen Militärangehörigen Opfer fordern, warnte Bush. "Aber ich verspreche euch: Unser Militär wird alles zur Verfügung haben, um die lange Schlacht, die vor uns liegt, zu gewinnen."

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) trat unterdessen Spekulationen über einen möglicherweise geplanten Einsatz der Bundeswehr in Somalia entgegen. Dafür gebe es "keinen konkreten Hintergrund", sagte er am Donnerstag auf dem Bundesparteitag in Nürnberg. Dies habe auch "keine Aktualität". Schröder war in Nürnberg von einem Delegierten aufgefordert worden, Klarheit zu entsprechenden Äußerungen des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Christoph Zöpel (SPD), zu schaffen.

Schröder sagte, er könne nicht verhindern, dass ein Staatsminister "theoretische Ausführungen" zu einer solchen Mission mache. Zöpel hatte im "Kölner Stadt-Anzeiger" erklärt, falls sich herausstellen sollte, dass es in Somalia "sichere Häfen" für Terroristen gebe, würden sich Bundesregierung und Bundestag damit befassen, ob man dort tätig werden müsse. "Ich bin überzeugt, dass die Fraktion - auch wegen der Sorgfalt in der Vorbereitung seitens der Bundesregierung - hier nach intensiven Diskussionen wiederum zustimmen wird", meinte Zöpel.

Russland befürwortet eine engere Zusammenarbeit mit der Nato. "Wir sind in dem Maße bereit, unsere Positionen denen der Nato anzunähern, als die Allianz bereit ist, Russlands nationale Interessen zu berücksichtigen", sagte Präsident Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau. Angesichts der seit dem 11. September gestiegenen Bedrohung durch Terroristen baue sein Land auf eine "positive und konstruktive Zusammenarbeit" mit der internationalen Gemeinschaft. Einen Nato-Beitritt schließe er aber vorerst aus.

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