Politik : Kampf gegen Terror: "Es ist ein positives Zeichen, dass alle kommen"

Ulrike Scheffer

Der Sondermission der Vereinten Nationen für Afghanistan läuft die Zeit davon. Im Büro von Thomas Ruttig klingeln unaufhörlich die Telefone. Erst am Mittwoch ist der Deutsche gemeinsam mit seinem Chef Francesc Vendrell von Gesprächen in Kabul nach Pakistan zurückgekehrt. Die UN-Gesandten versuchen, Vertreter möglichst vieler Gruppen in die Gespräche auf dem Bonner Petersberg einzubinden. "Die Konferenz wird ein breites Spektrum der afghanischen Bevölkerung abbilden", sagte Ruttig am Donnerstag dem Tagesspiegel.

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Auch das Mehrheitsvolk der Paschtunen, das bisher die Taliban unterstützte und nicht der so genannten Nordallianz angehört, fühlt sich nach Ansicht Ruttigs gut vertreten. "Uns haben paschtunische Provinzführer aus dem Süden versichert, dass sie hinter dem in Rom lebenden König Sahir Schah stehen. Der König will ebenso wie die Nordallianz eine ranghohe Delegation nach Bonn schicken - beiden sollen auch Frauen angehören. Weitere Teilnehmer der am Montag beginnenden Tagung sind Exil-Afghanen der so genannten Zypern-Gruppe sowie eine Paschtunen-Fraktion um den geistlichen Sayed Gailani. "Besonders schwierig ist es, Leute aus dem Land selbst nach Bonn zu bringen, hier haben wir noch logistische Schwierigkeiten", sagte Ruttig. Der UN-Mitarbeiter sieht gute Chancen, dass in Bonn eine Einigung über einen provisorischen Regierungs-Rat erzielt werden kann. "Es ist ein positives Zeichen, dass alle wichtigen Gruppen kommen."

Bundeskanzler Schröder sagte am Donnerstag, er wolle sich bei der Konferenz nicht einmischen. "Das ist eine internationale Konferenz unter dem Dach der Vereinten Nationen, die die Afghanen machen, nicht Deutsche, nicht Briten, nicht Amerikaner."

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