Politik : Kampf gegen Terror: Fischer wirbt im Nahen Osten für Anti-Terror-Koalition

Deutschland und die Türkei wollen bei der Entschärfung von Regionalkonflikten in Zentralasien und bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus enger zusammenarbeiten. Beide Länder stünden fest an der Seite ihres Bündnispartners USA, sagte Außenminister Joschka Fischer (Grüne) nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Ismail Cem.

Deutschland betrachte die Türkei als wichtigen Regionalpartner bei der Lösung von Konflikten im Kaukasus, in Zentralasien, am Kaspischen Meer sowie im Nahen Osten, sagte Fischer. Es dürfe nicht nur um die Bekämpfung des Terrorismus, sondern müsse auch um die Lösung darunter liegender Konflikte gehen, meinte Fischer.

Der deutsche Außenminister reiste am Monatagabend zu Gesprächen nach Syrien und in den Libanon ab. Im Zentrum der Gespräche stehe die internationale Lage nach den Terroranschlägen gegen die USA, die Situation im Nahen und Mittleren Osten sowie der Nahost-Konflikt, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Michaelis, am Montag in Berlin mit. Fischer werde am Dienstag in der syrischen Hauptstadt Damaskus unter anderem Gespräche mit Präsident Baschar el Assad führen, sagte Michaelis. Noch am Nachmittag reise Fischer weiter nach Beirut, wo er den libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri, den Außenminister und den Parlamentspräsidenten treffen wolle. Die Rückreise sei wahrscheinlich am späten Dienstagabend zu erwarten.

Ursprünglich wollte Fischer Syrien und den Libanon schon auf seiner Nahost-Reise im August besuchen. Wegen der Sondersitzung des Bundestags über den Einsatz deutscher Soldaten in Mazedonien hatte der Minister die Visite damals allerdings verkürzt.

Am Montag traf der Präsident von Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland ein. Am ersten Tag traf er mit Außenminister Joschka Fischer zusammen. Am Dienstag wird er von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit militärischen Ehren empfangen. Wichtigstes Thema des Besuches sind gemeinsame Ziele innerhalb der Anti-Terror-Koalition. Darüber hinaus wurden als Themen die bilateralen Beziehungen, insbesondere die wirtschaftliche und entwicklungspolitische Zusammenarbeit, genannt.

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