Politik : Kampf gegen Terror: Im Kessel

Peter Linden

Zum Thema Dokumentation: Kampf gegen Terror
Fotos: Osama Bin Laden, Krieg in Afghanistan
Das Glockenspiel am Rathaus liefert am Samstag den zart-süßen Auftakt zu einer spontanen Kundgebung. Schon am Morgen hat die Polizei 40 Minibusse auf dem Münchener Marienplatz positioniert, während von allen Seiten Menschen herbei strömen. Eine Studentin erhält bei der Ausweiskontrolle den Hinweis: "Glaube nicht, dass ihr Spaß haben werdet. Pünktlich um 12 tanzen die historischen Figuren im Rauthausturm, heftig umjubelt, man ruft "Zugabe!" Ein Junge, etwa 16, hält ein Plakat hoch, auf dem steht: "Statt Airbus Euro und Dollar für die Armen." Er wird abgeführt. Weitere Plakate, Konfetti. Um 12.30 Uhr stehen 2000 Menschen vor dem Rathaus, Presse, Polizei und Demonstranten. Die rufen: "Hoch die internationale Solidarität."

Zwischen zwei Polizeiwagen stehen vier Gestalten in schwarzer Autonomenkluft. Plötzlich steigt ein Herr aus und erteilt den Gestalten Hinweise. Dann mischen sie sich unter das Volk. Ein Polizist antwortet auf die Vermutung, V-Leute könnten als Provokateure eingesetzt sein, mit dem Satz: "Eine richtige Frage an den falschen Mann."

Um 12.40 Uhr die erste von fünf Aufforderungen, den Platz zu räumen, die Kundgebung sei verboten. Kurz nach 13 Uhr schieben Polizeieinheiten die Demonstranten in eine Nebenstraße. Dort kesseln sie etwa 300 Menschen ein. Ein erster Ausbruchversuch der Demonstranten gegen 15 Uhr wird mit Tränengas bekämpft. Etwas später gelingt es einigen zu entkommen.

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