Politik : Kampf gegen Terror: Pakistan: Bin Ladens Schuld bewiesen

Pakistan hält die von den USA gegen Osama bin Laden vorgelegten Beweise für ausreichend, um gegen ihn Anklage wegen der Terroranschläge vom 11. September zu erheben. Dies sagte der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Mohammed Riaz Khan, am Donnerstag zu Journalisten. Die Nato-Staaten haben unterdessen die konkreten Anfragen der USA für Hilfsleistungen bei der Ahndung der Anschläge akzeptiert. Nach Angaben von Nato-Generalsekretär George Robertson haben die USA jedoch noch nicht entschieden, wie sie auf die Anschläge reagieren werden.

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Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern US-Botschafterin Wendy Chamberlain hatte sich am Dienstag mit dem pakistanischen Militärmachthaber General Pervez Musharraf getroffen und ihm die amerikanischen Informationen dargelegt. "Dieses Material stellt sicher eine geeignete Basis für die Anklage vor einem Gericht dar", sagte Sprecher Khan. Er äußerte sich nicht darüber, ob Pakistan auch einen US-Militärschlag gegen Afghanistan für gerechtfertigt hält. In Afghanistan protestierten am Donnerstag mehrere tausend Menschen gegen die USA und eine mögliche Rückkehr des Ex- Königs Zahir Schah.

Der Strom afghanischer Flüchtlinge Richtung Pakistan reißt unterdessen nicht ab. Die Vereinten Nationen riefen am Donnerstag zu Spenden für die afghanische Bevölkerung auf. Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind 7,5 Millionen Menschen von Hunger bedroht. US-Präsident Bush kündigte an, 320 Millionen Dollar für die Flüchtlinge bereitzustellen.

Nach Ansicht des britischen Premiers Tony Blair lassen die vorliegenden Beweise gegen bin Laden keinen Zweifel an dessen Täterschaft bei den Terrorangriffen zu. Von den 19 beteiligten Flugzeugentführern seien bisher drei eindeutig als "enge Komplizen von bin Laden" identifiziert worden; bei den anderen gehe die Überprüfung noch weiter. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hält unterdessen den Einsatz deutscher Soldaten an Bord von Awacs-Aufklärungsflugzeugen und Schiffen für möglich. Dort würden sie gebraucht, wenn die Nato sich für einen solchen Beistand entscheide, sagte Scharping. Es werde "nicht mehr lange dauern", bis über die konkreten Hilfeleistungen entschieden werde. Unterdessen erklärte die CDU/CSU-Opposition nach einem Gespräch im Kanzleramt, in bestimmten Fällen könne die Zustimmung des Bundestages für Kampfeinsätze der Bundeswehr auch nachträglich eingeholt werden.

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