Politik : Kampf gegen Terror: Pentagon: US-Taliban gab uns in Haft wertvolle Hinweise

Der 20-jährige Amerikaner, der in Afghanistan auf Seiten der Taliban kämpfte und gefangen genommen wurde, hat den USA wertvolle Hinweise über die Taliban geliefert. Das sagte der US-Generalstabschef Richard Myers am Sonntag in einem Interview des Senders "Fox News". Myers erklärte: "Er war ziemlich nahe dran und hat uns hilfreiche Informationen gegeben."

John Walker Lindh, der sich im Alter von 16 Jahren dem Islam zuwandte und vergangenes Jahr für Religionsstudien nach Pakistan ging, wird auf dem US-Stützpunkt Rhino in Südafghanistan festgehalten. Er werde nicht als Kriegsgefangener betrachtet, sagte Myers. Walker sei "zu seinem eigenen Schutz" auf den Stützpunkt gebracht worden, sagte Armeesprecher David Romley in Afghanistan. Walker soll so bald wie möglich zivilen Behörden übergeben werden. Nach Angaben von Myers wollen die Militärs zunächst noch herausfinden, ob Walker auch Information über geplante neue Terroranschläge der Taliban hat.

Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
Afghanistan: Wege jenseits der Bomben
Bundeswehr-Einsatz: Deutschland und der Krieg
Fotostrecke: Krieg in Afghanistan
Walker war vor zwei Wochen in der Nähe von Kundus gefangen genommen worden. Er war an der Gefangenenrevolte bei Masar-i-Scharif beteiligt. Ein CIA-Agent kam dabei ums Leben. Die jetzt im US-Fernsehen veröffentlichte Videoaufnahme eines afghanischen Kameramannes zeigt, wie der Agent Walker zuvor verhörte, ohne zu wissen, dass er einen Amerikaner vor sich hatte. Walker beantwortete die Fragen nicht. Er sah auf dem Video mit verfilzten Haaren und langem Bart völlig verwahrlost aus.

Die US-Behörden haben noch nicht entschieden, was mit Walker geschehen soll. Nach Angaben von Justizbeamten könnte Walker Landesverrat, Verschwörung, Unterstützung von Terroristen oder Ermordung eines CIA-Agenten vorgeworfen werden. Walker trug bei seiner Festnahme eine Waffe bei sich. "Die Beweise sind ziemlich eindeutig, dass er (beim Kämpfen) mitten drin war", sagte Myers.

Die Eltern haben in Kalifornien einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Das Pentagon habe ihnen bislang alle Informationen über ihren Sohn vorenthalten, teilten sie mit.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben