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Kampf gegen tödliches Virus : EU stockt Ebola-Hilfsgelder auf eine Milliarde Euro auf

Die Europäische Union reagiert auf die sich ausbreitende Gefahr: Mit einer Milliarde Euro wollen sich die Mitgliedsstaaten am Kampf gegen Ebola beteiligen.

Ein liberianischer Helfer desinfiziert eine Straßenecke, an der ein mit Ebola Infizierter aufgegriffen wurde.
Ein liberianischer Helfer desinfiziert eine Straßenecke, an der ein mit Ebola Infizierter aufgegriffen wurde.Foto: dpa

Im Kampf gegen das Ebola-Virus stockt die Europäische Union ihre Hilfsgelder auf eine Milliarde Euro auf. Das teilte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel über den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Bisher hatte die EU zusammen mit den Mitgliedstaaten Hilfen von rund 600 Millionen Euro versprochen, 107 Millionen Euro davon kommen aus Deutschland.

Am Donnerstagabend hatte der Gipfel den Zyprer Christos Stylianides, der in der neuen EU-Kommission für humanitäre Hilfe zuständig ist, zum Koordinator für Europas Engagement in der Krise in Westafrika ernannt. Nach WHO-Angaben haben sich knapp 10 000 Menschen mit dem Virus infiziert, fast 4900 von ihnen starben.

Unter anderem die frühere Kolonialmacht Großbritannien kündigte jetzt an, ihre Hilfen deutlich zu erhöhen. Statt der ursprünglich zugesagten 156 Millionen Euro sollen nun mindestens 256 Millionen Euro fließen. Mit dem Geld werde man unter anderem Behandlungsstationen in Sierra Leone finanzieren, ließ Premierminister David Cameron erklären.
Der Brite war es auch gewesen, der das Ziel von einer Milliarde Euro ausgegeben hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Wir waren uns alle einig, dass dies eine außergewöhnliche Herausforderung nicht nur für Westafrika, sondern für die gesamte Menschheit ist, mit unglaublichen Implikationen für uns alle.“ Neue Hilfszusagen aus Deutschland gab es zunächst allerdings nicht. Die Bundesregierung betonte, sie haben bereits mehr als 100 Millionen Euro mobilisiert - und damit mehr als die meisten anderen Staaten. Derzeit werden zudem zahlreiche Ärzte und Krankenschwestern für den Einsatz im Krisengebiet ausgebildet.

Milliardär Paul Allen spendet 100 Millionen Dollar


Zugleich stach US-Milliardär Paul Allen mit einer privaten Spende in Höhe des Beitrags einiger Länder hervor. Der Mitgründer des Software-Riesen Microsoft stockte seine Unterstützung für den Kampf gegen Ebola am späten Donnerstag auf mindestens 100 Millionen Dollar (79 Millionen Euro) auf. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte zuvor bereits eine Spende von 25 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) angekündigt.
Frankreichs Präsident François Hollande mahnte beim Gipfel, es dürfe weder Panikmache, noch Untätigkeit geben. „Wir können Ebola heilen, wir müssen Ebola heilen“, sagte er. Zugleich kündigte der Staatschef an, die Einreisekontrollen in Frankreich auszuweiten. Es müssten alle Transportwege kontrolliert werden, nicht nur wie bislang Flughäfen.

Unterdessen hat das Welternährungsprogramm (WFP) angesichts der Ebola-Epidemie vor Hunger in Westafrika gewarnt. Bereits in diesem Jahr sei mit großen Ernteausfällen, steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel und dem Zusammenbruch von Märkten zu rechnen, teilte die Organisation am Freitag in Genf mit. Sollte die Epidemie weitere vier bis fünf Monate andauern, sei zu befürchten, dass Aussaat und Anbau für das kommende Jahr massiv beeinträchtigt würden.
Bislang habe das Welternährungsprogramm mehr als 13 000 Tonnen Lebensmittel an rund 776 000 Menschen in den drei am schlimmsten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone geliefert. Für das aktuelle Notfallprogramm würden knapp 93 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) benötigt. Von dieser Summe sei bislang jedoch nur rund die Hälfte zur Verfügung gestellt worden. (AFP/dpa)

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