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Kampf um das ostukrainische Mariupol : Die letzte Schlacht?

Um Mariupol wurde ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe am Freitag noch hart gekämpft und die Berichte über die militärische Lage in der ostukrainischen Stadt blieben widersprüchlich.

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Wer hat das Sagen in der Stadt? Ein ukrainischer Soldat steht vor einem Ortsschild der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol.
Wer hat das Sagen in der Stadt? Ein ukrainischer Soldat steht vor einem Ortsschild der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol.Foto: AFP

Die Meldungen über die Lage in der strategisch wichtigen ostukrainischen Hafenstadt Mariupol waren am Freitag verwirrend: Russische Nachrichtenagenturen berichteten von der Erstürmung durch prorussische Separatisten, die Militärführung in Kiew widersprach. Aus der Stadt selbst wurden den ganzen Tag über heftige Kämpfe nahe den Vororten gemeldet.

Der Stadtrat von Mariupol am Asowschen Meer rief die Bewohner am Mittag über Internet auf, sich zur „Verteidigung der Heimat“ zu melden. In dem Appell, der auch im Radio ausgestrahlt wurde, heißt es: „Unsere Stadt steht unmittelbar vor einer möglichen Invasion, alle, die helfen können und eine militärische, medizinische oder anderweitige Ausbildung haben, sollen sich unverzüglich im Rekrutierungsbüro am Rathaus melden.“

Warum die ukrainische Armee keine Verstärkung geschickt hat, blieb zunächst unklar. Am Donnerstag gab es sogar Berichte, wonach die motorisierten Einheiten der Nationalgarde die Stadt Richtung Westen verlassen. Ihr Ziel sei offenbar Odessa, eine weitere Hafenstadt, die in der gleichnamigen Region direkt am Schwarzen Meer unmittelbar gegenüber der von Russland annektierten Halbinsel Krim liegt. Ob die vereinbarte Waffenruhe auch für Mariupol gelten und dort auch akzeptiert werden würde, war bis zum Abend unklar.

Bereits am Morgen hatten die Einwohner von brennenden Vororten Mariupols berichtet und Bilder ins Internet gestellt. Die Rede war von mehreren tausend Soldaten der Separatisten, die mit schwerem Militärgerät wie Panzern und Lkw für Raketenabschüsse aus Richtung der Grenzstadt Nowoasowsk vorrückten. Der polnische TV-Journalist Wojciech Bojanowski, der sich in Mariupol aufhält, berichtete: „Zehn oder 15 Kilometer vor der Stadt stoßen die Separatisten kaum auf Gegenwehr, wenn das so weitergeht, sind sie am Abend in Mariupol.“ Ein Team des US-amerikanischen Senders CNN berichtete das Gleiche.

Der ukrainische Militärsprecher Andrej Lysenko sagte am Mittag vor Medien in Kiew, dass im Dorf Schirokino „schwere Kämpfe im Gange“ seien. Die Russen setzten „alle Art von Militärausrüstung“ ein. Es soll Verstärkung der ukrainischen Kräfte gegeben haben, doch „die Übermacht des Gegners ist derzeit zu groß“. Bei den aktuellen Kämpfen um Mariupol sollen bis Freitagnachmittag sieben Zivilisten, darunter zwei Kinder, ums Leben gekommen sein. Wie hoch die Verluste bei den Soldaten sind, blieb unklar. Allerdings beklagte der Kommandant des Freiwilligen-Bataillons Asow, Andrej Biletski, die fehlende Unterstützung aus Kiew und „den Schwund an Kämpfern“. Am Nachmittag wurde das Wasserwerk von Mariupol getroffen und teilweise beschädigt. Es ist zu befürchten, dass die Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Frischwasser nur noch eingeschränkt funktioniert.

Prorussische Separatisten hatten die Stadt schon einmal eingenommen

Mariupol hatte vor Ausbruch der Kämpfe 470 000 Einwohner, die Stadt lebt vom Hafen und ist Universitätsstadt. Im April hatten prorussische Separatisten Mariupol schon einmal besetzt. Anfang Mai kam es zu heftigen Kämpfen. Plünderer zogen marodierend durch die Stadt, räumten Geschäfte und Banken aus und zündeten sie an. Eine gemeinsame Aktion des Gouverneurs von Donezk, Sergej Taruta, und des Oligarchen Rinat Achmetow führte Ende Mai dazu, dass die Rebellen die Stadt räumen mussten. Achmetow hatte die Beschäftigten seiner Unternehmen zum zivilen Ungehorsam gegen die Separatisten aufgerufen. Die Bilder, wie Bergarbeiter-Trupps später die Stadt reinigten, gingen um die Welt.

Zwischenzeitlich war auch die Donezker Regionalregierung nach Mariupol umgezogen, nachdem die Stadt Donezk unter Feuer geraten war. Mittlerweile ist das Büro von Gouverneur Taruta aber längst in Kiew, Teile der Verwaltung arbeiten von Saporischschja aus. Viele Bewohner haben Mariupol in den vergangenen Wochen verlassen. Einer der größten Arbeitgeber, der in Staatsbesitz befindliche Hafen, hat seine Angestellten bereits am vergangenen Wochenende nach Odessa geschickt.

Gouverneur Taruta versucht Zuversicht zu verbreiten

Die Menschen, die geblieben sind, stemmen sich teilweise verzweifelt gegen die Einnahme ihrer Stadt. Wie schon in den vergangenen Tagen versammelten sich auch am Donnerstagabend einige tausend Demonstranten in der Innenstadt, um für die Einheit der Ukraine zu demonstrieren. Auf der Bühne waren nicht nur Redner zu hören, ein orthodoxer Geistlicher segnete vor allem junge Männer, die sich dem Freiwilligen-Bataillon „Mariupol“ angeschlossen haben. Auch Gouverneur Sergej Taruta hatte sich unter die Menschen gemischt. Er versuchte Zuversicht zu verbreiten und sagte: „Wir werden Mariupol niemandem freiwillig überlassen, diese Stadt wird verteidigt.“

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