Politik : Kampfhund-Debatte: Sitz, Fuß, Platz - Die Hundelobby sorgt sich

Markus Huber

Susi ist eine Süße. Ganz bestimmt. Und ganz bestimmt tut sie zwar vielleicht Fliegen, aber garantiert keinem Menschen etwas zu Leide. Denn, Susi, vier Jahre und die weibliche Form eines Dobermanns hat - Erziehung. Und Erziehung ist das Wichtigste bei Kampfhunden, sagt Stefanie Karas, Susis Halterin. Wer sollte das besser wissen als Frau Karas? Schließlich ist sie nicht nur Susis Herrin, sondern auch Sprecherin des "Hundefanclubs", einem Verein im brandenburgischen Seddin mit nur einem Ziel: Das raponierte Image der Killerköter wieder aufzubessern. Nach der Hamburger Attacke von Montag haben die Hundefans da einiges zu tun. Im ganzen Land haben Dobermänner, Pitbull-Terrier & Co. im Moment Sympathiewerte, die maximal von Matthäus, Babbel & Freunden unterschritten werden.

Stefanie Karas jedenfalls traut sich samt Susi noch auf die Straße. Mehr noch, im Moment suchen sie sogar den Kontakt zu den Menschen auf der Straße. Denen erklärt Stefanie Karas immer wieder, dass nicht die Hunde schuld an den Unfällen hätten, sondern deren Herrchen, "die am anderen Ende der Leine hängen". Denn, so Frau Karas: "Genausowenig, wie Kinder als Mörder geboren werden, kommen Hunde als Killer auf die Welt." Manchen Menschen solle man einfach keinen Hund in die Hand geben. Hunde, einmal falsch abgerichtet, wären wie "Soldaten: Die kann auch nicht jeder befehligen." Wie gesagt: Erziehung. Susi selbst ist übrigens - trotz ihres Alters - noch ein Azubi. Tag für Tag geht Frau Karas mit ihr "trainieren". Drei Kommandos werden geübt, damit nichts schief geht: "Sitz", "Fuß" und "Platz". "Fass", schwört Frau Karas, wäre nicht dabei.

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