Politik : Kanada nennt USA und Israel auf Liste von Folterstaaten

New York/Ottawa - Kanada hat die USA und Israel in einem internen Dokument zu den Staaten gezählt, die der Folter von Gefangenen verdächtigt werden. Nach Angaben der Zeitung „Ottawa Citizen“ stehen die beiden mit Kanada befreundeten Länder in dem Dokument in einer Reihe mit China, Ägypten, Saudi-Arabien, Syrien und Afghanistan. Bei dem Papier handelt es sich um eine Vorlage des Außenministeriums in Ottawa, mit der kanadische Diplomaten in der Foltererkennung geschult werden sollen.

Auslöser für das Training war der Fall des im Jahr 2002 auf Veranlassung der USA in Syrien inhaftierten Kanadiers Maher Arar. Er war in einem Gefängnis in Damaskus fast ein Jahr lang gefoltert worden, ohne dass kanadische Diplomaten vor Ort die Anzeichen für die Torturen, die er durchlitt, erkannten.

In dem Training wird dem Bericht zufolge ausdrücklich das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba als Ort möglicher Folter genannt. Unter der Überschrift „Definition von Folter“ werden „US-Verhörtechniken“ aufgeführt – unter anderem das Verbinden der Augen, Erniedrigung durch Nacktheit, Isolation und Schlafentzug. Der US-Botschafter in Kanada, David Wilkins, nannte es im Fernsehen „beleidigend“, sein Land auf einer solchen Liste zu nennen, und forderte die Streichung der USA. dpa

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