Kanada : Straßenschlachten beim Nordamerika-Gipfel

Während die Regierungschefs von Kanada, Mexiko und den USA über den Ausbau ihrer Partnerschaft beraten, geht es auf den Straßen zur Sache. Globalisierungskritiker und die Polizei gerieten am Rande des Gipfeltreffens aneinander.

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Demonstranten und Polizisten liefern sich heftige Auseinandersetzungen. -Foto: AFP

MontebelloDie Polizei hielt im Tagungsort Montebello nahe der Hauptstadt Ottawa gut tausend Demonstranten mit Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen in Schach. Diese attackierten die schwerbewaffneten Sicherheitskräfte mit Steinen, Tomaten und mit Kieseln gefüllten Flaschen.

Kanadas Premierminister Stephen Harper und die Präsidenten George W. Bush (USA) und Felipe Calderón (Mexiko) trafen sich zu Gesprächen über den Ausbau ihrer Wirtschafts- und Sicherheitspartnerschaft. Die drei Länder hatten sich vor zwei Jahren zu einer Partnerschaft für Sicherheit und Wohlstand (SPP) zusammengeschlossen. Neben Handels- und Grenzabsprachen stand jetzt auch die Lage in Afghanistan auf dem Programm. Harper versicherte Bush, die kanadischen Truppen dort auf keinen Fall vor Februar 2009 abzuziehen.

Vereinbarung über gegenseitige Krisenhilfe

Nach Angaben kanadischer Medien wollen die Regierungschefs zum Abschluss des Gipfels eine Vereinbarung über gegenseitige Krisenhilfe bekanntgeben. Diese sehe vor, dass die Grenzen der Nachbarn im Krisenfall für Menschen und Waren offen bleiben. Kanadas Anspruch auf die Nordwest-Passage, eine Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik unweit des Nordpols, sowie der Kampf gegen Rauschgift in Lateinamerika waren weitere Themen.

Demonstranten warfen den Regierungschefs unter anderem Unterwürfigkeit gegenüber großen Konzernen vor. Viele Kanadier fürchten zudem den Verlust der Souveränität durch eine enge Anbindung an die USA. Aber auch in den USA ist die enge Partnerschaft mit den Nachbarn im Norden und Süden umstritten. Nach einer Umfrage des amerikanischen Nachrichtensenders CNN fühlten 98 Prozent der Befragten die Eigenständigkeit ihres Landes bedroht. (mit dpa)

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