Kanaren : 800 illegale Einwanderer

Auf den Kanarischen Inseln sind innerhalb von nur 24 Stunden fast 800 illegale Einwanderer aus Afrika eingetroffen. Bereits am Samstag haben 674 Immigranten mit Fischerbooten die Küstengewässer der Inselgruppe erreicht.

Teneriffa/Rom - Am Sonntagmorgen trafen weitere 115 Einwanderer auf Gran Canaria ein. Auch in Italien reißt der Strom der Flüchtlinge nicht ab: Vor Sizilien wurde eine Gruppe von 19 Einwanderern aus Eritrea gerettet, die zwölf Tage lang auf dem Meer unterwegs waren.

Bei der Überfahrt seien acht Flüchtlinge gestorben, die sie über Bord geworfen hätten. Die Überlebenden seien in Pozzalo im Süden Siziliens an Land gegangen, vier von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht.

Rund 20.000 illegale Einwanderer auf den Kanaren

Seit Anfang des Jahres kamen auf den Kanarischen Insel rund 20.000 illegale Einwanderer an, mehrere hundert Menschen starben seit Jahresanfang bei der gefährlichen Überfahrt von Westafrika. Die vor der Küste Marokkos liegenden Atlantik-Inseln sind zum wichtigsten Anlaufpunkt für die Flüchtlinge geworden, die in Europa auf ein besseres Leben hoffen. Können die Behörden nachweisen, aus welchem Land die Flüchtlinge stammen, werden sie zurückgeschickt. Die große Mehrheit wird jedoch irgendwann auf das spanische Festland gebracht, wo sie meistens in die Illegalität untertauchen.

Spanien will noch in diesem Monat alle Mittelmeer-Anrainer der EU an einen Tisch bringen, um bei einer Konferenz über Wege zur Verschärfung der Seegrenzen zu beraten. Die Vorschläge sollen auf dem nächsten EU-Gipfel im Dezember vorgelegt werden. Die Regierung in Madrid verhandelt zudem mit afrikanischen Staaten über Möglichkeiten zur Eindämmung der illegalen Einwanderung. (tso/AFP)

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