Kanaren : Erste pakistanische Flüchtlinge angekommen

Erstmals sind auch Bootsflüchtlinge aus Asien auf den Kanaren angekommen. Gleichzeitig wurden Flüchtlinge aus dem Senegal per Flugzeug wieder zurückgeflogen.

Puerto de los Cristianos - Fast 200 Menschen seien in der Nacht zum Freitag wenige Kilometer südlich von Teneriffa auf dem Meer ausgemacht worden. 18 von ihnen, die sich in schwacher körperlicher Verfassung befänden, seien mit einem Rettungsboot in den Hafen Puerto de los Cristianos gebracht worden. Laut einem Sprecher des Roten Kreuzes handelt es sich bei den Flüchtlingen um Pakistaner. Sie hätten kaum gesprochen, als sie im Hafen ankamen. Zwei von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden.

Die restlichen Flüchtlinge seien zunächst auf dem Boot geblieben und sollten am Freitagmorgen im Hafen von Santa Cruz de Tenerife an Land gehen. Die Behörden teilten mit, das Flüchtlingsboot sei aus Metall, nicht wie meist bei afrikanischen Flüchtlingen aus Holz. Es war zunächst unbekannt, ob die Kanaren das Ziel des Bootes waren. Bisher waren an den Küsten der Inseln lediglich Flüchtlinge aus Afrika angekommen, allein in diesem Jahr mehr als 25.000.

Unterdessen sind nach langem Ringen afrikanische Flüchtlinge von den Kanaren in den Senegal zurückgeflogen worden. Eine Maschine mit rund sechzig Menschen landete am Donnerstagabend in Saint-Louis im Nordwesten des Senegal. Die Flüchtlinge wurden vom Gouverneur der Region Saint-Louis, Ass Sougoufara, empfangen. "Ihr seid das Abenteuer eingegangen und unter schweren Bedingungen zurückgekommen", sagte Sougoufara in einer Rede. "Das ist nicht das Ende der Welt, ihr könnt in eurem Land den Erfolg finden", fügte er unter Applaus der Flüchtlinge hinzu.

Landeerlaubnis verzögert

Anschließend sollten die Menschen mit Kleinbussen in ihre Heimatregionen zurückgefahren werden. Die meisten der Flüchtlinge wirkten niedergeschlagen, aber bei guter Gesundheit. Zunächst war die Rückführung der jungen Männer am Widerstand der senegalesischen Behörden gescheitert. Zwei Flugzeuge hätten schon in der Nacht zum Donnerstag von der spanischen Insel Fuerteventura starten sollen. Der Senegal hatte aber wegen "technischen Problemen" keine Landeerlaubnis für die Hauptstadt Dakar erteilt. Ob es nach dem ersten Flug weitere Rückführungen geben soll, ist noch unklar.

Seit Jahresbeginn sind etwa 25.000 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln gelandet. Die Zusammenarbeit zwischen Spanien und dem Senegal in der Flüchtlingsfrage verläuft nicht problemlos. Bereits Ende Mai hatte Spanien nach einer Übereinkunft über die Rückführung von 700 senegalesischen Flüchtlingen 99 Senegalesen ohne Papiere abgeschoben. Die Regierung in Dakar hatte jedoch im Juni die Rückführungen gestoppt, um gegen den menschenunwürdigen Umgang mit den in Handschellen gefesselten Flüchtlingen zu protestieren. (tso/AFP)

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