Politik : Kandidat der Sachsen-PDS ein Spitzel?

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Dresden Sachsens PDS-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Peter Porsch, soll dem „Focus“ zufolge für die Stasi gearbeitet haben. Der PDS-Fraktionschef im Landtag habe von Mai 1970 bis in die 80er Jahre als IM „Christoph“ dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) Informationen geliefert, berichtet das Magazin unter Berufung auf Stasi-Unterlagen. Zudem soll er für den Geheimdienst seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Regine Porsch bespitzelt haben.

Porsch bezeichnete diesen Punkt am Samstag als „Unsinn“. „Da gab es nichts zu bespitzeln.“ Zu weiteren Details wollte er sich ohne Kenntnis der Unterlagen nicht äußern. Er sei aber nicht verwundert, zu welchem Zeitpunkt die Anschuldigungen erhoben werden. „Es kommt rechtzeitig zur Wahl“, sagte der gebürtige Wiener.

PDS-Chefin Cornelia Ernst lehnte mit ähnlicher Begründung eine Stellungnahme ab. In Sachsen wird am 19. September ein neuer Landtag gewählt. 1999 war die PDS mit 22,2 Prozent stärkste Oppositionspartei geworden. Bei aktuellen Umfragen erreicht sie Werte von bis zu 27 Prozent.

Porsch wies darauf hin, dass er in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter und Hochschullehrer wiederholt der Kontrolle von Bewertungsausschüssen zum Thema Stasi ausgesetzt war. „Bis dato galt ich als unbescholten.“ Laut „Focus“ war er Zuträger der DDR- Auslandsspionage „Hauptverwaltung Aufklärung“. „Ich habe immer offen geredet über meine politischen Auffassungen“, sagte Porsch. Er sei 1973 aus dem Westen kommend in die DDR gezogen. Da habe es sicher Leute gegeben, die das beschäftigt habe. Porsch soll dem Bericht zufolge der Leipziger Bezirksverwaltung des MfS Details über eine Lesung der SED-kritischen Autorin Christa Moog in der Leipziger Privatwohnung seiner damaligen Lebensgefährtin und heutigen Ehefrau geliefert haben. dpa

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