Politik : Kantersieg für die Bayern

Mit einem 7:0-Schützenfest gegen einen desolaten SC Freiburg hat sich der FC Bayern München ins DFB-Pokal-Halbfinale geschossen. Im ausverkauften Freiburger badenova-Stadion war Claudio Pizarro (r.) mit vier Treffern der Spieler des Abends.

Freiburg (02.03.2005, 22:32 Uhr) - Beim nie gefährdeten 7:0 (5:0)-Kantersieg in Freiburg bot das Team von Trainer Felix Magath am Mittwochabend eine einstündige Fußball-Gala und zog als erster deutscher Club zum 18. Mal in das Cup-Semifinale (19./20. April) ein.

Vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften badenova-Stadion trafen der überragende Claudio Pizarro (7./10./39./60.) sowie Michael Ballack (26.), Roy Makaay (34.) und Vahid Hashemian (76.) nach Belieben. Vier Tage vor dem wichtigen Bundesliga-Duell bei Mainz 05 präsentierte sich der SCF wie ein Absteiger und musste zu allem Überfluss auch noch die Rote Karte für Youssef Mohamad (45./Notbremse) hinnehmen.

«Es ist sehr angenehm vor dem wichtigen Duell am Samstag gegen Bremen, dass wir das Spiel früh entschieden haben. Unsere Mannschaft hat wie aus einem Guss gespielt. Da hat es jeder Gegner schwer gegen den FC Bayern», frohlockte Bayern-Manager Uli Hoeneß. «Bei uns hat alles gestimmt», lobte Magath seine Asse. Und Torsten Frings erklärte zufrieden: «Wenn wir erst mal ins Rollen kommen, sind wir schwer zu stoppen.»

Vier Tage nach ihrem 1:0-Sieg an gleicher Stelle in der Bundesliga rotierten bei den Münchnern neben dem zuletzt verletzten Ballack auch Torsten Frings und Bastian Schweinsteiger ins Team. Doch die Umstellungen machten sich nicht unangenehm bemerkbar - im Gegenteil: Der Rekordpokalsieger spielte mit den bemitleidenswerten Gastgebern, die im Hinterkopf vielleicht doch schon mit dem richtungweisenden Mainz-Spiel beschäftigt waren, Katz' und Maus und schlug eiskalt zu.

Pizarro nutzte gleich die ersten beiden Einschussmöglichkeiten konsequent: Der Peruaner verwertete dabei präzise Zuspiele erst von Ballack und dann von Sebastian Deisler nahezu unbedrängt von der völlig desorientierten Hintermannschaft. Der junge Julian Reinard, der Routinier Richard Golz (Knieprobleme) erneut im Tor vertrat, hatte in beiden Fällen nicht den Hauch einer Abwehrchance.

In der Folge konnte der 21-Jährige einem nur noch Leid tun, denn die Hausherren, die den Bayern am Samstag noch einen großen Kampf geliefert hatten, zeigten kaum noch Gegenwehr. Die Gäste-Spieler tauchten immer wieder mutterseelenallein vor ihm auf und erhöhten ohne Probleme. Schon zur Pause gegen nur noch zehn SCF-Akteure war die Partie längst entschieden. Die Freiburger Fans flüchteten sich in Galgenhumor und riefen: «Einer geht noch rein.»

Nach dem Wechsel musste Michael Rensing, der für Nationaltorwart Oliver Kahn eingewechselt wurde, bei Bajramovic' Kopfball erstmals klären (50.). Auf der Gegenseite machten der überhaupt nicht in den Griff zu kriegende Pizarro und Co. beim munteren Toreschießen weiter und die höchste Freiburger Pokalpleite der Club-Geschichte perfekt. Für die Bayern geht hingegen der Tanz auf drei Hochzeiten weiter.

(Von Ulrike John, dpa) ()

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