Politik : Kanther entlastet Koch: "Über schwarze CDU-Kassen nicht unterrichtet"

bib

Der frühere hessische CDU-Chef Manfred Kanther bleibt dabei, dass bis vor kurzem nur er selbst, der Landesschatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein und der Wirtschaftsprüfer Horst Weyrauch von den schwarzen Kassen der Hessen-CDU in der Schweiz wussten. Kanther sagte am Freitag vor dem Spenden-Untersuchungsausschuß des Bundestages, er habe seinen Nachfolger Roland Koch nicht unterrichtet, weil er geglaubt habe, das Schwarzgeld-Konto sei 1995 aufgelöst worden. Koch bekräftigte, er habe erst am 12. Januar von Kanther von diesen Konten erfahren. Der hessische Ministerpräsident räumte erneut ein, es sei ein Fehler gewesen, im Dezember 1999 einen Millionenbetrag unklarer Herkunft mit Hilfe eines falsch datierten Schreibens zum Darlehen Wittgensteins erklärt zu haben.

Der frühere Bundesinnenminister nannte es einen "großen Fehler", der "nachfolgende Fehler gezeugt" habe, dass er als CDU-Generalsekretär 1983 gemeinsam mit Wittgenstein beschlossen habe, das Millionenvermögen der Landespartei in der Schweiz zu verstecken. Er habe verhindern wollen, dass die Hessen-CDU in die damalige Spendenaffäre hineingezogen werde. Kanther bestritt zwar, dass das beiseite geschaffte Parteivermögen aus illegalen Quellen stammte, weiß aber nach eigener Aussage auch nicht, woher es kam. An die angeblichen "Vermächtnisse" zugunsten der CDU habe er nie geglaubt. Dass er anfangs nur von sieben oder acht statt der tatsächlichen 20 Millionen Mark gesprochen habe, liege an Erinnerungslücken.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben