• Kanzler will sich mit Firmen treffen - der Kreis der beteiligten Unternehmen soll erweitert werden

Politik : Kanzler will sich mit Firmen treffen - der Kreis der beteiligten Unternehmen soll erweitert werden

In die stockenden Verhandlungen um eine Entschädigung für die NS-Zwangsarbeiter wird sich am Montag erneut Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) persönlich einschalten. Er will mit der deutschen Industrie über eine Erweiterung des Kreises der Unternehmen sprechen, die sich an dem Entschädigungsfonds für NS- Zwangsarbeiter beteiligen sollen. Dies teilte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Freitag in Berlin mit.

Die Bundesregierung hoffe im Interesse der Opfer, dass eine schnelle Lösung gefunden werde, erklärte der Regierungssprecher. Der Beauftragte der Regierung für Entschädigungsfragen ehemaliger Zwangsarbeiter, Otto Graf Lambsdorff, hatte in den vergangenen Tagen mehrfach beklagt, dass sich bislang lediglich 16 deutsche Firmen zur Entschädigung bereit gefunden hätten. Lambsdorff unterstrich am Freitag, dass die Forderungen der Anwälte in Höhe von 30 bis 35 Millionen Mark überzogen seien. "Diese Zahlen sind absurd, unrealistisch und nicht zu erreichen."

Die Stiftungsinitiative wirbt unterdessen um weitere zahlungswillige Firmen, hat bislang aber kein weiteres Mitglied gewinnen können. Es gebe zwar positive Signale mehrerer Unternehmen, doch herrsche noch Zögern vor, sagte der Sprecher der Initiative, Wolfgang Gibowski, Reuters in Berlin. "Die Unternehmen wollen wissen, was geschieht. Eine größere Zahl wird abwarten wollen, was sich bei den Verhandlungen ergibt", fügte er hinzu. Vor dem Spitzengespräch mit Schröder (SPD) hat es der Bundesverband mittelständische Wirtschaft abgelehnt, sich an dem Entschädigungsfonds für die NS- Zwangsarbeiter zu beteiligen.

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