Politik : Kanzleramts-Akten: wg. Kohl (Kommentar)

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Der Mann muss eiserne Nerven haben. Friedrich Bohl, "Bundesminister für besondere Aufgaben" unter Helmut Kohl im Kanzleramt, begrüßt staatsanwaltliche Ermittlungen wegen des Verschwindens von Akten. Das kann die brutalstmögliche Aufklärung werden. Frank-Walter Steinmeier, Staatssekretär unter Gerhard Schröder im Kanzleramt, hat Anzeige "gegen Unbekannt" erstattet. Das passt zum Fall, denn der große Unbekannte ist bekannt. Die Million Seiten, die von Datenträgern gelöscht worden sind, die manipulierten Akten - das muss irgendjemand zu verantworten haben. Ein Abteilungsleiter? Ein Unterabteilungsleiter? Ein Referent? Kaum vorstellbar in einem Amt, dessen Chef Bohl war. Kohls Schattenmann, der alles wusste, der immer im Hintergrund zu sehen war, soll von nichts gewusst haben? Sonderermittler Burkhard Hirsch hat einiges rekonstruiert, und aus vermeintlich verschwundenen Akten ist unlängst schon zitiert worden. Da tauchen Fragen auf - zuallererst an Bohl. Jetzt kommen die nächsten Ermittler, und sie sollen alles daransetzen, die Wahrheit herauszufinden. Das fordert auch Bohl. In dieser Situation ... Der Mann muss Nerven haben. Und immer schon gehabt haben.

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