Politik : Kanzlerberater gibt auf

cas/psi

Der außenpolitische Kanzlerberater Michael Steiner ist zurückgetreten. Steiner habe Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gebeten, ihn von seiner Funktion zu entbinden, teilte Regierungssprecher Heye am Dienstag mit. Der Tagesspiegel hatte zuvor berichtet, dass Steiner bei Verzögerungen eines Weiterfluges Bundeswehrsoldaten auf dem Moskauer Flughafen beleidigt und Kaviar zur Überbrückung der Wartezeit verlangt hatte.

Der Rücktritt sei Steiners freie Entscheidung gewesen, sagte Schröder. "Ich gehe mal davon aus, dass dieser Entschluss deshalb gemacht worden ist, weil er Angst hatte, dass seine Funktion mit einer öffentlichen Debatte über ihn und ein gewisses Verhalten beschädigt werden könnte". In einem Schreiben an den Kanzler erklärte Steiner: "Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, ich bitte Sie, mich meiner vor drei Jahren verliehenen Funktionen zu entbinden. (...) Ich habe gerne für Sie gearbeitet. Sie tragen die schwerste Bürde in unserer Demokratie."

Als mögliche Nachfolger Steiners werden derzeit Klaus Scharioth, der Politische Direktor im Außenamt, Wolfgang Ischinger, seit 1. Juli Botschafter in Washington, und Dieter Kastrup, Botschafter bei den Vereinten Nationen, genannt. Nur Kastrup ist SPD-Mitglied. Für den international angesehenen Botschafter Ischinger spricht dessen Prestige und sein bekannt gutes Verhältnis zum Kanzler.

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