Politik : Kanzlerin Kraft? Noch will sie nicht Kandidatur für 2013 und

2017 ausgeschlossen.

Düsseldorf/Berlin - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat eine Kandidatur für das Bundeskanzleramt für die nächsten Jahre ausgeschlossen. „Es ist ausgeschlossen, dass ich 2013 Kanzlerkandidatin der SPD werde“, sagte Kraft der „Welt am Sonntag“. Das gelte auch für die übernächste Bundestagswahl 2017.

Kraft, die sich nach dem vorzeitigen Ende der rot-grünen Minderheitsregierung in NRW im Mai Neuwahlen stellen muss, sagte: „Mein Herz ist in Nordrhein-Westfalen. Und es geht mir darum, das voranzubringen, was wir hier begonnen haben.“ Sie fügte hinzu: „Wir sind hier nicht die Landesliga und die Bundespolitik ist nicht die Bundesliga.“ Nach dem Scheitern der rot-grünen Minderheitsregierung wird in NRW am 13. Mai ein neuer Landtag gewählt.

In der CDU wächst der Druck auf Bundesumweltminister Norbert Röttgen, sich zwischen einer Karriere in Berlin oder in der nordrhein-westfälischen Landespolitik zu entscheiden. Führende Unionspolitiker drängten den Spitzenkandidaten am Wochenende, auch bei einer Wahlniederlage nach Düsseldorf zu gehen. Röttgen schloss eine Koalitionsaussage zugunsten der FDP aus, auch die Liberalen wollen eigenständig Wahlkampf führen.

Röttgen bemühte sich in Interviews, seine Karriereplanung bis zum Wahltag offen zu halten. Er kämpfe um das Amt des Ministerpräsidenten und nicht um das des Oppositionsführers in NRW, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Alles weitere werden wir nach der Wahl gemeinsam entscheiden.“ Dem „Spiegel“ sagte Röttgen, die Debatte um seine Zukunft werde „nur dem politischen Gegner nutzen“. Sein Ministeramt in Berlin wolle er auf jeden Fall bis zur Wahl behalten.

CSU-Chef Horst Seehofer riet Röttgen erneut zum Wechsel nach Düsseldorf. „Ich würde ihm empfehlen, keine Rückfahrkarte zu lösen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Röttgen müsse sich rasch entscheiden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerlich sagte dem „Spiegel“: „Auch wenn ich ihn lieber in Berlin behalten würde – ich gehe davon aus, dass er nach Düsseldorf geht“. Sein Fraktionskollege Ruprecht Polenz riet Röttgen, „für den Wahlsieg ein Risiko einzugehen“.

Einem Bericht der „Bild“ zufolge lehnte Röttgen auch gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel eine endgültige Entscheidung ab. Röttgen habe in einem Telefonat mit der Bundeskanzlerin nicht ausgeschlossen, auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu gehen, wolle sich die Entscheidung aber zunächst weiter offenhalten. dpa/AFP

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