Kanzlerkandidat als "Vorlauf-IM" registriert : Stasi war interessiert an Peer Steinbrück

Die Stasiunterlagenbehörde hat Peer Steinbrück seine von DDR-Geheimdienst angelegte Akte übermittelt - es handelt sich um mehrere Seiten. Demzufolge war der heutige SPD-Kanzlerkandidat aber kein Mitarbeiter der Staatsicherheit.

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Peer Steinbrück Foto: dpa
Peer SteinbrückFoto: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sollte möglicherweise von der Stasi angeworben werben, dazu kam es aber offenbar nicht. Der Politiker weiß seit etwa zehn Tagen, was der Geheimdienst über ihn wusste. Die Sprecherin des Stasiunterlagenbehörde, Dagmar Hovestädt, sagte am Montag dem Tagesspiegel, Steinbrück sei in einem offiziellen Benachrichtigungsverfahren über das über ihn vorliegende Aktenmaterial informiert worden. Steinbrück gingen mehrere Seiten zu.

Steinbrück war kein Mitarbeiter der Stasi

Aus dem Vorgehen der Behörde lässt sich schlussfolgern, dass Steinbrück kein Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes war. Hinweise auf von ihm gelieferte Informationen gibt es nicht. Steinbrück war 1980 ins Visier der Stasi geraten. Er hatte Verwandte im DDR-Bezirk Suhl, zunächst beschäftigte sich die dortige Stasi-Bezirksverwaltung mit ihm. Später wanderte der Fall an die für Auslandsspionage zuständige Hauptverwaltung Aufklärung, dort dann an eine Unterabteilung, die sich mit den westdeutschen Parteien beschäftigte. Steinbrück war 1981 – nach einer Mitarbeit im Kanzleramt – einige Monate bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin tätig.

Die „Welt am Sonntag“ hatte eine Karteikarte mit Decknamen „Nelke“ veröffentlicht, der zufolge Steinbrück von 1980 bis 1989 als „IM-Vorlauf“ erfasst, von der Stasi also als potenzielle Informationsquelle ausgewählt worden war. Steinbrück erklärte, dass es bei ihm keinen Anwerbeversuch der Stasi gegeben habe. Er kündigte an, seine Akte in den nächsten Tagen im Internet zu veröffentlichen.

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