Politik : Kanzlerkandidat der Union: NRW-Stimmen gegen Merkel

psi/dpa

Vor der Klausurtagung des CDU-Vorstands in Magdeburg an diesem Freitag und Samstag spitzt sich in der Union der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur zu. Als Reaktion auf den Vorstoß der CSU für ihren Parteichef Edmund Stoiber in Wildbad Kreuth stellte sich der Geschäftsführende Vorstand des größten CDU-Verbandes Nordrhein-Westfalen am Mittwoch hinter CDU-Chefin Angela Merkel. Dem Geschäftsführenden Vorstand gehören nur einige Mitglieder des Gesamtvorstands an. Landeschef Jürgen Rüttgers, der auch Bundesvize seiner Partei ist, zeigte sich überzeugt, dass es in der gesamten CDU eine Mehrheit für Merkel gibt.

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Unions-Fraktionschef Friedrich Merz, selbst Mitglied des NRW-Landesvorstands, bezeichnete die Darstellung, Merkel habe die NRW-CDU geschlossen hinter sich, in der "Welt" als "Quatsch". Drei jüngere Mitglieder des NRW-Landesvorstands sprachen sich gegenüber dem Tagesspiegel ausdrücklich für Stoiber aus. Hendrik Wüst, Landesvorsitzender der Jungen Union (JU), erklärte: "Gerade die Jugend setzt auf Edmund Stoiber, da er für Leistungsorientierung steht und als Ministerpräsident hervorragend bewiesen hat, dass er für die zentralen Zukunftsthemen dieses Landes steht." Wüst griff Rüttgers an: "Der von Rüttgers erweckte Eindruck, dass Nordrhein-Westfalen hinter Merkel steht, ist ganz gewiss falsch. Nach meiner Einschätzung will mindestens die Hälfte der Partei - Basis wie Mandatsträger - Edmund Stoiber." Ähnlich äußerten sich die JU-Politiker Philipp Mißfelder (er sitzt auch im CDU-Bundesvorstand) und Sven Stark. "Das Herz der Basis, gerade in Nordrhein-Westfalen, schlägt für Stoiber. Er verkörpert am besten die Themen Tugenden, die die Union jetzt für einen Wahlsieg braucht", sagte Mißfelder.

Die Saar-CDU unter Ministerpräsident Peter Müller sowie die CDU-Chefs in Schleswig-Holstein, Johann Wadephul, und Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, sprachen sich für Stoiber aus. In der hessischen CDU gibt es nach Einschätzung ihres Generalsekretärs Michael Boddenberg eine "sehr deutliche Mehrheit für Stoiber". Der hessische CDU-Chef und Ministerpräsident Roland Koch hat sich bislang allerdings nicht geäußert. Ex-Parteichef Wolfgang Schäuble und Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel machten deutlich, dass sie auf eine einvernehmliche Lösung im Gespräch zwischen Stoiber und Merkel setzten.

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