Politik : Kanzlerkandidat Stoiber: Glück, Huber, Beckstein

Mirko Weber

Edmund Stoiber ist euphorisch beim Neujahrsempfang in München. Und ganz nebenbei geht es schon jetzt um die Frage, wer dem bayerischen Ministerpräsidenten nachfolgen könnte. Alois Glück zum Beispiel. Der CSU-Landtagsfraktionschef ist eine verlässliche Stimme seines Herrn, aber mit eigenem Kopf. Glück räsoniert darüber, dass es heute für einen Bayern wohl kein Hindernis mehr gebe, auf Bundesebene erfolgreich zu sein.

Der Niederbayer und Leiter der Staatskanzlei Erwin Huber sieht das anders. Über sein Erscheinen bei der Kreuther Klausurtagung war schwer gerätselt worden (und ein bisschen auch über seinen sybillinischen Satz: "Ich bereite mich auf kommende Aufgaben vor."). "Edmund Stoiber bestimmt weiterhin die Landespolitik", sagt Huber. Er formuliert im eigenen Interesse, und auch schon mal vorbeugend. Scheitert Stoiber an Gerhard Schröder, wird er als Ministerpräsident nach Bayern zurückkehren. Was wiederum für Erwin Huber hieße, dass er bleibt, was er ist. Gewinnt Stoiber die Wahl im September, spricht ziemlich viel für einen Nachfolger Erwin Huber, dessen Machtbewusstsein fürs erste die mangelnde Gegenliebe ausgleichen müsste, die er in seiner Partei vorfindet. Das liegt nicht nur an Erwin Huber. Niederbayern haben es generell schwer, in der bayerischen Politik etwas zu werden. So gesehen, hat es Huber schon weit gebracht.Was öffentliche Akzeptanz anbetrifft, so stünden die Chancen neben denen für Strauß-Tochter Monika Hohlmeier - die aber, weil zu jung, in der Fraktion nicht durchzusetzen wäre - momentan am besten für Günther Beckstein, Bayerns nicht gerade zimperlichen Innenminister.

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