Politik : Kanzlerkandidatur: "Wenn einer trainiert, dann will er auch spielen"

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer geht davon aus, dass Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bei der Bundestagswahl 2002 als Kanzlerkandidat der Union antreten will. Seehofer sagte dem Magazin "Focus": "Wenn einer auf Teufel komm raus trainiert, darf man davon ausgehen, dass er auch spielen will." Der CSU-Vorsitzende war während der traditionellen CSU-Klausur in der vergangenen Woche in Wildbad Kreuth von seinem definitiven Nein zu einer Kanzlerkandidatur abgerückt, nachdem er diese beim CSU-Parteitag im November noch kategorisch ausgeschlossen hatte.

Vor einer öffentlichen Debatte über den Kanzlerkandidaten der Union für 2002 warnte unterdessen CDU-Vize Christian Wulff. "Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir zur Mitte der Legislaturperiode über Personen oder Koalitionen eine Debatte anfangen würden", sagte er am Samstag im DeutschlandRadio Berlin. "Insofern bin ich Edmund Stoiber außerordentlich dankbar, dass er dafür gesorgt hat, dass sich auch die CSU an die getroffenen Absprachen hält und wir die Frage 2002 diskutieren." Die Kanzlerkandidatur werde auch keine Rolle auf der Klausurtagung seiner Partei an diesem Wochenende in Mainz spielen.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sieht als mögliche Kandidaten der Union neben Stoiber die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz. "Alle drei sind dazu prinzipiell in der Lage", sagte Koch dem Magazin "Spiegel". Eine eigene Kandidatur schloss der hessische Regierungschef aus.

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