Kapitalbeteiligung : Arbeitgeber gegen Becks Fondsmodell

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat den SPD-Plan zur Einrichtung eines „Deutschlandfonds“ als „mehr als fragwürdig“ abgelehnt.

BerlinArbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat den SPD-Plan zur Einrichtung eines „Deutschlandfonds“ als „mehr als fragwürdig“ abgelehnt. „Die durch den Fonds geplante Absicherung gegen Verlustrisiken ist zur Förderung der Kapitalbeteiligung wenig sinnvoll. Dazu wäre es notwendig, Arbeitnehmer sowohl an Gewinnen als auch an Verlusten zu beteiligen“, sagte Hundt auf Anfrage des Tagesspiegels. Dagegen gab es Zustimmung vom DGB. Da die gegenwärtige Vermögensverteilung „extrem ungerecht“ sei – 60 Prozent aller Haushalte besitzen laut DGB nur neun Prozent des Nettovermögens, könne der Fonds helfen, „ den Wertzuwachs gerechter zu gestalten“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel.

Der DGB werde das SPD-Modell „sorgfältig prüfen“ und dabei vor allem auf eine „hohe Risikoabsicherung durch Bürgschaftsbanken und eine professionelle Fondsverwaltung“ achten. Laut Beck könnte die Verwaltung des Fondsvermögens durch private Banken oder auch durch die bundeseigene KfW-Bankengruppe erfolgen. „Wenn der Fonds freiwillig ist, braucht er zum Start natürlich zukunftsorientierte Unternehmen und eine massive Unterstützung der Politik“, so DGB-Vorstand Hexel. „Mit der vorgesehenen steuerlichen Förderung von bisher 135 Euro pro Jahr geht das sicher nicht.“

Dagegen meinte Arbeitgeberpräsident Hundt zu diesem Punkt, der Staat solle „sich nicht steuernd in die Anlageentscheidung der Arbeitnehmer einmischen“. Im Übrigen würden durch eine staatliche Förderung „die Formen der klassischen Kapitalbeteiligung benachteiligt“. Die Arbeitgeber selbst wollen in der kommenden Woche eine Broschüre zum Thema „Mitarbeiterbeteiligung: Strategie für eine partnerschaftliche Unternehmenskultur“ vorlegen. Darin werde dargestellt, welche konkreten Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung es gibt und wie sie als „strategisches Instrument für eine partnerschaftliche Unternehmenskultur“ genutzt werden können. Die Gewerkschaften stehen dem Thema grundsätzlich skeptisch gegenüber, weil sie Einkommenseinbußen für ihre Mitglieder befürchten. alf

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