Politik : Kardinal: Gastarbeiter trugen zur Öffnung Deutschlands bei

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Mainz ­ Kardinal Karl Lehmann hat den deutsch-italienischen Anwerbevertrag von 1955 als wichtigen Beitrag zur geistigen und kulturellen Offenheit Deutschlands bezeichnet. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz betonte bei einem Festakt zum Jubiläum des Vertrags am Samstag in Mainz, dadurch seien tief greifende gesellschaftliche Prozesse angestoßen worden. „Der Vertrag markierte den Beginn der modernen Arbeitsmigration und machte Deutschland zu einem Einwanderungsland“, sagte Lehmann.

Die positive Bilanz der Integration italienischer Einwanderer in Deutschland in den vergangenen 50 Jahren sei jedoch nur eine Durchgangsstation. „Für eine umfassende soziale, kulturelle und politische Integration der Zuwanderer bleibt noch viel zu tun“, sagte Lehmann. Wie wichtig Integration sei, zeigten das Negativbeispiel Frankreich und die Krawalle der vergangenen Wochen. Trotz allem dürfe gesellschaftliche Offenheit nicht schrankenlos sein. Vielmehr bedürfe es gemeinsamer Werte.

Der Kardinal von Mailand, Dionigi Tettamanzi, sagte, dass 30 Millionen Italiener von der Migration betroffen gewesen seien. Das Abkommen habe den Gastarbeitern soziale Absicherung und damit Mut und Hoffnung gegeben. dpa

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