Karlsruhe : Mutmaßlicher Al-Qaida-Unterstützer festgenommen

Ömer Ö. soll in Deutschland gezielt Unterstützer für Al Quaida gesucht und diese dann an Terror-Camps weitergeleitet haben - als Mitglied der Sauerlandgruppe, die im letzten Jahr Anschläge in Deutschland geplant hatte. Er selbst habe, offenbar erfolgreich, seine Al-Qaida-Ausbildung absolviert.

KarlsruheEin am Freitag festgenommener mutmaßlicher Unterstützer der Terrororganisation Al-Qaida soll Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe gewesen sein. Wie der SWR am Samstag unter Berufung auf eine ihm vorliegende geheime Lagebewertung des Bundeskriminalamts (BKA) berichtete, stufen die Ermittler den Sindelfinger Ömer Ö. als "Nummer acht" der "Sauerlandgruppe" ein.

Der 30-Jährige wurde laut dem Sender von den Ermittlern bei Treffen mit Fritz Gelowicz beobachtet. Der vor einem Jahr im Sauerland festgenommene deutsche Konvertit gilt als Rädelsführer einer deutschen Zelle der ausländischen terroristischen Gruppierung "Islamische Dschihad-Union" (IJU), die Kontakte zur Al-Qaida unterhalten soll.

Ö. war am Freitag von Beamten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg festgenommen worden. Wie die Bundesanwaltschaft am Samstag in Karlsruhe mitteilte, ist der türkische Staatsangehörige dringend verdächtig, in fünf Fällen Al-Qaida unterstützt und dabei in drei Fällen gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben. Der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof ordnete am Freitagabend Untersuchungshaft an.

Beschaffung von Bargeld und Ausrüstung für Al-Qaida-Kämpfer

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, von Anfang 2005 bis Anfang 2007 auf Anweisung des mutmaßliches Al-Qaida-Mitglieds Aleem N. in Deutschland der Terrororganisation beschafft zu haben. Die Ausrüstungsgegenstände - eine schusssichere Weste und einen Laptop - sowie das Geld soll Aleem N. anschließend in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gebracht und dort Verantwortlichen von Al-Qaida übergeben haben.

N. muss sich demnächst vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz verantworten. Der Deutsche pakistanischer Herkunft soll in Pakistan in einem Terrorcamp gewesen sein, Geld für Al Qaida beschafft sowie potenzielle Kämpfer geworben und teils vermittelt haben. Der Beschuldigte war am 14. Februar festgenommen worden. Gegen ihn hatte die Bundesanwaltschaft bereits Anfang September Anklage erhoben.

Ömer Ö. soll zudem seit 2006 in seinem Bekanntenkreis nach geeigneten Kämpfern zur Unterstützung von Al-Qaida gesucht und die ausgewählten Personen Aleem N. vorgestellt haben, der diese seinerseits mit Empfehlungsschreiben für Al-Qaida ausstattete. Zwei Personen traten den Angaben zufolge daraufhin von Deutschland aus die Reise zu Al-Qaida-Ausbildungslagern an, wobei jedoch nur eine Person den Zielort erreichte und dort im Umgang mit Sprengstoffen ausgebildet wurde. Ömer Ö. soll ferner selbst im Sommer 2006 eine Ausbildung in einem Ausbildungslager von Al-Qaida absolviert haben. (mpr/ddp)

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