Politik : Karsai weint aus Sorge um Land und Sohn

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karsai sorgt sich angesichts der Gewalt in seinem Land um die Zukunft seines Sohnes. In einer vom Fernsehen übertragenen Rede in einer Kabuler Schule schossen dem Staatsoberhaupt am Dienstag Tränen in die Augen, als er darüber sprach, dass der dreijährige Mirwais aus Sicherheitsgründen vielleicht im Ausland zur Schule gehen müsse. „Ich will nicht, dass mein Sohn ein Fremder in seinem eigenen Land wird. Ich will nicht, dass Mirwais…“, sagte Karsai und unterbrach seine Rede, um einen Schluchzer zurückzuhalten. „Ich möchte, dass er hier zur Schule geht. Meine Freunde, ich habe so eine Angst – Gott ist mein Zeuge –, dass Mirwais gezwungen ist, das Land zu verlassen“, sagte Karsai. Er rief die Afghanen auf, sich für Frieden einzusetzen. „Leute, wachtauf, seht, was in unserem Land passiert“, sagte er.

Die radikalislamischen Taliban haben am Dienstag einer Meldung widersprochen, sie wollten Gespräche mit Karsai. Entsprechende Äußerungen von Nato-Kommandeur David Petraeus seien „ohne Grundlage“. Petraeus hatte zuvor Kontakte „sehr hochrangiger Taliban-Führer“ mit der Regierung erwähnt. Ein Sprecher Karsais bestätigte dies; es habe aber keine formellen Gespräche gegeben.

Nach Angaben pakistanischer Sicherheitskräfte ist der Chef von Al Qaida in Pakistan und Afghanistan, Sheikh Fateh, von einer US-Drohne getötet worden. AFP

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