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Kaschmir-Konflikt : Polizei bereitet Bevölkerung auf Atomangriff vor

22.01.2013 15:09 Uhrvon
Indische Patrouille: Bei Grenzkonflikten mit Pakistan gab es in letzter Zeit mehrere Tote. Foto: AFPBild vergrößern
Indische Patrouille: Bei Grenzkonflikten mit Pakistan gab es in letzter Zeit mehrere Tote. - Foto: AFP

Eine Zeitungsanzeige informiert die Bewohner der umstrittenen Kaschmir-Region über korrektes Verhalten im Fall einer nuklearen Attacke. Ein Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen zwischen Indien und Pakistan besteht angeblich nicht.

"Schnell auf den Boden werfen und liegen bleiben (...) Nach der ersten Schockwelle unten bleiben und abwarten, bis der Wind abflaut und es aufhört Trümmer zu regnen." Diese und weitere Tipps zum Verhalten im Fall eines Atomangriffs veröffentlichte die indische Polizei am Montag als Anzeige in der Zeitung "Greater Kashmir". Adressaten waren die Bewohner der Region Kaschmir. In den letzten Wochen eskalierte der Konflikt zwischen Indien und Pakistan in dem umstrittenen Gebiet, auf beiden Seiten sollen Soldaten gestorben sein.

Die Staaten werfen sich gegenseitig Propaganda und Verletzung des Waffenstillstands vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zwischen den Atommächten zum Äußersten kommt, ist also gestiegen.

Die Ratschläge der Behörde an die Zivilbevölkerung erinnern ein wenig an die aus heutiger Sicht kuriosen Lehrfilme aus der Zeit des Kalten Krieges. Schülern wurde da beispielsweise empfohlen, bei einem Nuklearschlag unter ihren Tischen in Deckung zu gehen. Und was rät die indische Behörde für den Fall der Fälle? Den Keller wohnlich einrichten, Vorräte anlegen, ruhig bleiben. Und falls kein Keller vorhanden ist: vor dem Haus einen klassischen Bunker bauen. "Ein bisschen Schutz ist besser als gar kein Schutz." Solange man nicht unmittelbar radioaktivem Niederschlag ausgesetzt sei, bestehe eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit, dass man eine tödliche Dosis abbekomme. Hüten solle man sich aber vor brüchigen Fassaden und umfallenden Bäumen. Die Mitteilung schließt mit Tipps zu Schutz-Maßnahmen gegen biologische und chemische Angriffe.

Laut der Behörde handelt es sich bei der Mitteilung lediglich um eine reine Routinemaßnahme, mit der die Bevölkerung für Katastrophenschutz sensibilisiert werden soll. "Das hat nichts mit irgendwas zu tun und sollte nicht mit irgendwas in Verbindung gebracht werden", wird ein Vertreter der Behörde in "Greater Kashmir" zitiert. Die Bewohner Kaschmirs dürfte das kaum beruhigen.

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