Kaspisches Meer : Putin für "ausgewogene Lösung" bei Energiereserven

Der russische Präsident Putin weilt derzeit in Teheran, wo Amtskollege Ahmadinedschad die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres versammelt hat. Die Aufteilung der Energiereserven in der Region blieb dort aber weiter strittig.

Putin
Erster Besuch eines russischen Staatsoberhaupts seit Stalin: Irans Präsident Ahmadinedschad empfängt Amtskollege Putin in Teheran....Foto: dpa

TeheranRusslands Präsident Wladimir Putin hat sich in Teheran beim Gipfeltreffen der fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres für eine "ausgewogene Lösung" im Streit um die Ausbeutung der gewaltigen Öl- und Gasreserven in der Region ausgesprochen. Putin forderte dazu auf, Vertrauen aufzubauen und auf jede Art von Gewalt sowie die Androhung von Gewalt zu verzichten. Auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad rief zum Auftakt der Konferenz zu einer Kooperation für den Frieden auf: "Die Zusammenarbeit unserer fünf Länder wird sich nicht nur positiv auf den Frieden in der Region, sondern auch auf den Frieden in der Welt auswirken."

Moskau erwarte bei den Verhandlungen über die umstrittene Aufteilung der immensen Öl- und Gasreserven keine schnelle Einigung, sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums in Moskau. In Teheran werde lediglich eine Erklärung als Orientierungshilfe für eine Konvention über den rechtlichen Status des Meeres verabschiedet.

Aufteilung der Energiereserven Streitpunkt

Bei einem ersten Gipfel 2002 hatten sich die fünf Anrainerstaaten nicht auf eine Verteilung der Energiereserven einigen können. Während Russland, Aserbaidschan und Kasachstan eine Aufteilung entsprechend der Küstenlänge jedes Landes anstreben, setzen sich Iran und Turkmenistan für eine gleiche und gemeinsame Nutzung ein. Die beiden letzteren Staaten haben eine deutlich kürzere Küstenlinie am Kaspischen Meer als die übrigen.

Putin, der seit dem Sieg der Islamischen Revolution 1979 als erstes Staatsoberhaupt einer Weltmacht Teheran besucht, will mit der iranischen Führung auch über das umstrittene iranische Atomprogramm und den Atomreaktor Buschehr am Persischen Golf sprechen, den Russland baut. (mit dpa/AFP)

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