Politik : Kassenärzte liefern sich Machtkampf

Berlin - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat nach einem beispiellosen Machtkampf einen ihrer beiden Vorstände aus dem Amt gedrängt. Ulrich Weigeldt trat nach einem klaren Misstrauensvotum gegen ihn am Freitag zurück, wie die KBV in Berlin mitteilte. Andreas Köhler wurde dagegen als Vorstandsvorsitzender im Amt bestätigt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sprach von einem „Trauerspiel“. „Das Erschütternde ist: Es geht nur um Macht, und es geht nur um Geld“, sagte sie. Als Auslöser für das Misstrauensvotum werden Konflikte innerhalb des KBV-Vorstands sowie zwischen Haus- und Fachärzten angesehen. Köhler vertritt im KBV-Vorstand die Interessen der Fachärzte, Weigeldt war der Hausärztevertreter. Beide Gruppen ringen derzeit um eine Honorarreform für die niedergelassenen Ärzte. Die KBV-Vertreterversammlung hatte Weigeldt zuvor das Vertrauen entzogen. 47 Mitglieder votierten gegen ihn, elf für ihn, zwei enthielten sich. Gleichzeitig stellten sich 51 Mitglieder hinter Köhler, sechs stimmten gegen ihn, drei enthielten sich.

Schmidt mahnte, die KBV müsse „endlich eine gerechte Honorarordnung auf den Weg bringen“. Diese stritten nun aber lieber, „anstatt sich gemeinsam um Lösungen zu bemühen“. Die KBV betonte dagegen, die Arbeiten an der Honorarreform liefen „auf Hochtouren weiter“. Nach der jüngsten Gesundheitsreform soll für niedergelassene Ärzte von 2009 an eine neue Vergütungsordnung mit festen Europreisen gelten, die das aktuelle, heftig kritisierte Punktesystem ersetzen soll. dpa

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