Politik : Katholiken rügen Schwarz-Rot

Bonn - Alois Glück bleibt Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der frühere CSU-Politiker wurde am Freitag bei der Herbstvollversammlung des obersten katholischen Laiengremiums für eine zweite Amtszeit bestätigt. Zuvor hatte der Oberbayer angekündigt, er stehe für die Aufgabe nur noch für zwei Jahre zur Verfügung. Glück steht seit 2009 an der ZdK-Spitze.

Der ZdK-Präsident kritisierte die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen heftig. Er sei „sehr beunruhigt“, dass in der gesamten Debatte langfristiges Denken und die Verantwortung für zukünftige Generationen kaum eine Rolle spielten, sagte Glück. Gefordert seien nachhaltige Lösungen etwa in der Sozial-, Wirtschafts- und Bildungspolitik. Er bezeichnete die Energiewende als einen Testfall und ein Modellprojekt für eine nachhaltige Politik. „Wir haben schon wertvolle Zeit verloren, 2014 wird zum Schicksalsjahr der Energiewende“, sagte er. Das Projekt lasse sich nicht allein aus der Ablehnung der Kernenergie begründen, ergänzte er.

Nach dem Finanzskandal im Bistum Limburg fordert das ZdK rasche Konsequenzen. Die Krise in Limburg wirke seiner Einschätzung nach tiefer als die Missbrauchsproblematik, sagte Glück. Dort, wo in den vergangenen Jahren durch die Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen mühsam Vertrauen wiederaufgebaut worden sei, sähen sich viele engagierte Christen erneut in Misskredit gebracht. Nun gelte es, völlige Transparenz herzustellen. KNA/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar