Politik : Katholiken und Protestanten an einem Tisch - eine Chronologie

Die wichtigsten Ereignisse seit der Unterzeichnung des nordirischen Friedensabkommens vom Karfreitag 1998

10. April 1998: Die nordirischen Konfliktparteien einigen sich auf ein Friedensabkommen, das Ende Mai bei zwei Referenden in Nordirland und der Republik Irland angenommen wird. Erstmals in der Geschichte Nordirlands sollen Katholiken und Protestanten gemeinsam an der Macht beteiligt und autonome Regierungsorgane geschaffen werden. Die Parteien verpflichten sich, die paramilitärischen Gruppen zur Waffenabgabe bis Mai 2000 zu überreden.

27. Juni 1998: Bei der Wahl zum Provinzparlament in Stormont setzen sich Befürworter des Friedensprozesses durch. David Trimble wird zum Ersten Minister Nordirlands bestimmt.

15. August 1998: In Omagh tötet eine Bombe 29 Menschen und verletzt etwa 220. Es bekennt sich die "Wahre IRA".

16. Oktober 1998: David Trimble und der gemäßigte nordirische Katholik John Hume erhalten den Friedensnobelpreis.

31. Oktober 1998: Erste Verhandlungsrunde. Eine erste Frist für die Bildung einer nordirischen Provinzregierung verstreicht ergebnislos. Die IRA-nahe Partei Sinn Fein lehnt die Forderung der Protestanten nach der vorherigen Entwaffnung der IRA ab.

2. Juli 1999: Tony Blair setzt eine neue Frist zur Bildung der nordirischen Regierung bis zum 15. Juli.

15. Juli 1999: Die erste Sitzung des nordirischen Parlaments wird von den Protestanten boykottiert. Der Stellvertreter des Ersten Ministers, Mallon, tritt zurück.

6. September 1999: Auftakt einer vierten Verhandlungsrunde unter Leitung des US-Vermittlers George Mitchell.

9. November 1999: Die IRA erklärt sich zur Zusammenarbeit mit der vom Kanadier John de Chastelain geführten Entwaffnungskommission bereit.

27. November 1999: 58 Prozent der Delegierten des UUP-Parteitages stimmen für einen Kompromissvorschlag. Damit ist der Weg frei für die Regierungsbildung.

29. November 1999: Die parlamentarische Versammlung in Stormont bei Belfast ernennt fünf katholische und fünf protestantische Minister.

1. Dezember 1999: Die britische Königin Elizabeth II. unterzeichnet das Gesetz, mit dem Katholiken und Protestanten gemeinsam regieren sollen. Um Mitternacht gehen die Regierungsbefugnisse formell an die neue nordirische Regionalregierung über.

2. Dezember 1999: Die irische Regierung streicht diejenigen Passagen aus der Verfassung, die einen Anspruch auf das Gebiet Nordirlands erheben.

13. Dezember 1999: Der gesamtirische Ministerrat kommt zu seiner ersten Sitzung zusammen. Er soll eine grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Norden und Süden der irischen Insel gewährleisten.

23. Januar 2000: David Trimble droht mit seinem Rücktritt, falls die IRA nicht mit der Entwaffnung beginnt.

11. Februar 2000: Die britische Regierung setzt die nordirische Regionalregierung aus, da es bei der Waffenabgabe zu keinen entscheidenden Fortschritten gekommen ist.

15. Februar 2000: Die IRA bricht jeglichen Kontakt zur Entwaffnungskommission ab.

6. Mai 2000: Nach der Ankündigung Londons, die Regionalregierung am 22. Mai wieder einzusetzen, bietet die IRA an, die Waffen niederzulegen und einige ihrer Arsenale regelmäßig von unabhängigen Beobachtern kontrollieren zu lassen.

22. Mai 2000: Die UUP verschiebt ihre Abstimmung über die Wiederaufnahme der Regierungsgeschäfte mit der Sinn Fein um eine Woche.

27. Mai 2000: Mit knapper Mehrheit stimmen die UUP-Delegierten für die Mitarbeit in der Nordirland-Provinzregierung in Zusammenarbeit mit der katholischen Sinn Fein.

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