Katholische Kirche : Laiengremium wählt Konsenskandidaten

240 Mitglieder des obersten katholischen Laiengremiums treffen sich, um ihr neues Präsidiumzu wählen - zum zweiten Mal. Im Frühjahr hatte es einen Eklat mit der Bischofskonferenz gegeben.

Claudia Keller
310777_0_2efbab6f.jpg Foto: Kai-Uwe Heinrich
Alois Glück -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Diesmal werde alles glatt gehen, heißt es im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Diesmal sei im Vorfeld alles abgeklärt worden. Nach dem Eklat mit der Bischofskonferenz im Frühjahr treffen sich am heutigen Freitag in Bonn die 240 Mitglieder des obersten katholischen Laiengremiums zum zweiten Mal, um ihr neues Präsidium zu wählen. Einziger Kandidat für das Präsidentenamt ist der CSU-Politiker und frühere bayerische Landtagspräsident Alois Glück (69). Um eines der vier Vizepräsidentenämter bewirbt sich CDU-Politiker und NRW-Integrationsminister Armin Laschet (48). Dass er gewählt wird, gilt als wahrscheinlich. Auch Karin Kortmann, SPD-Politikerin und frühere Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, hat gute Chancen, Vizepräsidentin zu werden. Außerdem bewerben sich Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, der Bundesvorsitzende der Katholischen Jugend und verschiedene Vertreter aus Diözesanräten.

Eigentlich hätte der Wechsel im ZdK-Präsidium schon im Frühjahr stattfinden sollen. Doch dann verweigerte die Deutsche Bischofskonferenz dem nominierten Kandidaten, dem hessischen Bildungs-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann (CDU), die Zustimmung, was eine schwere Krise im Zentralkomitee auslöste. Laut Statut des ZdK müssen die Bischöfe den Präsidenten akzeptieren, nicht aber dessen Stellvertreter. Brockmann ist Mitbegründer der umstrittenen katholischen Schwangerenberatung „Donum Vitae“. Zudem hatte er vor seiner Wahl erklärt, dass er sich auch zu innerkirchlichen Entscheidungsprozessen äußern werde, falls er gewählt wird. Die Bischofskonferenz hingegen drängt darauf, dass sich das Laiengremium auf die Kommentierung weltlicher Themen beschränkt. Nach Ansicht des scheidenden ZdK-Präsidenten Hans Joachim Meyer sei das Vertrauen zwischen dem ZdK und der Bischofskonferenz in den vergangenen Monaten wieder gewachsen.

Um einen zweiten Eklat zu verhindern, haben beide Seiten diesmal vor der Nominierung des neuen Kandidaten sichergestellt, dass alle Bischöfe mit Alois Glück einverstanden sind. Man habe „zahlreiche Gespräche geführt, die erwarten lassen, dass die Deutsche Bischofskonferenz die Wahl bestätigen wird“, heißt es. Der CSU-Politiker gehört auch zu den Unterstützern von „Donum Vitae“, hat aber versichert, dass er keine leitenden Ämter dort wahrnehmen wolle, solange er ZdK-Präsident ist. Seine Mitgliedschaft bei der Schwangerenberatungsorganisation will er aber nicht ruhen lassen.

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